Review

Staffel 1

Hap and Leonard - Staffel 1

Diese 6 folgenschwere Miniserie basiert auf Joe R. Lansdales Krimireihe.

Folge 1 geht interessant und gut los, endet psychopathisch, versumpft dann leider 2,5 Folgen lang in etwas schleppiger Beinahelangeweile - mein Finger schwebte bereits wieder fies drohend über dem Vorspulknopf - artet am Ende in Irrsinn, Action und Blutbad aus und hinterläßt insgesamt einen sehr okayen Gesamteindruck.

Getragen wird die ganze Chose vom ungleichen Freundespärchen Hap und Leonard, deren Kennenlerngeschichte rückblickig und gut in die eigentliche Haupthandlung eingebunden wurde. Freudig performt von James Purefoy, dem Sektenchef aus "The Following" und der coolsten Sau die Brooklyn wohl je hervorgebracht hat: Michael Kenneth "Indeed" Williams aus der starken Serie The Wire und natürlich Boardwalk Empire. Ausstaffiert ist das Ganze noch mit einem hillbillybartigen und sehr gelungenen Restcast.

Beide grundverschiedenen, sarkastischen Rosenpflücker leben mehr schlecht als recht so vor sich hin, als plötzlich Haps Ex auftaucht und ihnen anbietet, zusammen mit einem kleinen Haufen durchgeknallter Ökokifferweltverbesserer nach einem Auto zu suchen, welches in irgendeinem Fluss mit einer nicht geringen Menge Zaster im Kofferraum "tief"entspannt vor sich hinrostet.

Natürlich läuft alles anders als gedacht, man könnte auch sagen es läuft kalauernd aus dem Ruder. Schuld daran nicht nur Alligatoren und ein Fluss, der in den letzten Jahren aus purer, überschwemmender Frechheit einfach seinen Lauf geändert hat sondern auch noch ein weiterer Psycho nebst irrem 2 Meter-Bunny, der ebenso scharf auf die Flussmoneten ist und ihnen bald Oneliner um sich werfend und alles fleißigst wegmordend an den Fersen klebt. Hilfreich sicher auch nicht dass bald jeder sein eigenes Süppchen zu kochen scheint ...

Leicht unausgewogen dieser ganze Trip. Erst kriecht er vor sich hin, dann rennt er unbändig los. Zum Glück selten, aber zur Strafe muss ich es erwähnen, werden dumme Unterhaltungen über Schwanzlängen und Geficke mit zitatwürdigen Dialogen verwechselt. Die Mucke ist soweit passend, gut, einmal hat sich ein verstrahlter Technofan heimlich in die Soundbutze verirrt, der wird aber schnell gekickt und insgesamt passt alles. Thematisch zwar rund abgeschlossen, läßt ein kleines vermodertes Etwas doch noch ein wenig Hoffnung auf eine eventuelle 2te Staffel ...

Fazit: Buddymovieserienactionpsychodramalovestoryfreundschaftsdingen

7 von 10 am Schuh klebenden Hundehäufchen

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