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Ein Mann trifft auf eine Frau an einer Grabstelle. Beide wechseln ein paar Worte. Schüsse fallen, ein Schütze hat den Mann ins Visier genommen.

Für einen Western beginnt dieser Film von Regisseur John Sturges doch recht mysteriös. Ohne auf das Warum und Wieso einzugehen, wird gleich mal in der ersten halben Stunde ein Tempo vorgelegt. Nach einer anfänglichen Schießerei, geht es rasch weiter zu einem Überfall der Apachen, bis man zu einer Stadt kommt in der sich ein Rancher mit einer Banditenbande rumschlägt. Nebenbei geht es um einen Goldschatz und die Frage wer der 6te Mann ist? Sechs Menschen wurden von Apachen überfallen, einer überlebte und hat sich vermutlich den Goldschatz angeeignet. Und diesen suchen Jim Slater (Richard Widmark) und Karyl Orton (Donna Reed).

Regisseur John Sturges („Die glorreichen Sieben", „Zwei rechnen ab", u.a...) hat hier einen Mix aus Krimi und Western geschaffen. Mehrere Actionszenen und das Paar Widmark / Reed sorgen für gute Unterhaltung. Auf beiden liegt ganz klar der Focus des Filmes. Erinnert Donna Reed zunächst noch an diverse Femme Fatale Figuren aus dem Film Noir Genre, so ändert sich deren Beziehung bis zum Ende des Filmes. Donna Reeds Reize wurden schön ins Bild gerückt. Die Chemie zwischen ihr und Richard Widmark stimmt. Die beiden liefern sich einige bissige Dialoge und natürlich romantische Momente, diese wirken aber nicht übertrieben und sind Pluspunkte der Fünf Gräber.

Unnötig verkompliziert wird hingegen die eigentliche Handlung des Films. So tauchen dann und wann neue Gestalten auf und verschwinden wieder (oder werden ins Jenseits befördert). Gegen Ende wurde noch ein jugendlicher Revolverheld als Duell Partner von Jim Slater aus den Hut gezaubert. Da diese Figur nicht sonderlich bedrohlich wirkt, darf er noch kurz davor in einem anderen Duell seine Fähigkeiten präsentieren. John Slater wirkt im letzten Drittel doch recht emotional angeschlagen und einige weinerliche Gefühlsausbrüche trüben die Stimmung. Das passt so gar nicht zu dem sonst recht coolen und selbstbewussten Charakter des Jim Slater. Allerdings entschädigt das spannende Finale um einiges. Da lauert die Banditenbande dem Rancher und seinen Männern auf. Und um ja nicht die Gegner zu warnen wird tunlichst vermieden einen Schuss abzufeuern. So wird auf unseren Helden schon mal ein Blumentopf oder ein Messer geworfen.

John Sturges ist mit Sicherheit ein grundsolider Western gelungen, der sich brav an die Regeln des Genres haltet. Unterhaltsam ist der Film durch spannende Actionsequenzen als auch durch das attraktive Gespann Richard Widmark und Donna Reed. Sicher kein bedeutender Film des Genre, aber es wird anständige Western-Unterhaltung geboten. Wer 50er Jahre Western mag, wird bei den Fünf Gräbern sicher seine Freude haben.

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