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Inzwischen ist man ja zu dem soliden Schluss gekommen, dass Blumhouse Productions Geld scheißen kann, egal was sie im Horrorsektor für wenig Geld und mit viel Kreativität in die Kinos kippen.
Aber es soll ja auch Ausnahmen geben.

Naja, ich will mal nicht so tun, als ob sich das Powerhouse mit „Viral“ 2016 eine satte Arschbombe geleistet hätte, aber wirklich in die Geschichte eingegangen ist das Filmchen nicht.
Dabei hat es eigentlich alle netten Zutaten, mit denen man in heutigen Zeiten die Jungen und Junggebliebenen vor die Leinwand zwingen kann: man nehme mal die Grundsituation von „Fear the Walking Dead“, also ein rund um den Globus fackelnde Vogelgrippeepidemie, die plötzlich auch überall in USA Hotspots entwickelt.
Bisher haben sich die USA aber nicht für den Rest des Planeten interessiert, weswegen man schon sehr aufpassen muss, wie nebenbei Infos über den zunehmenden Zusammenbruch der Zivilisation durch die Medien sickern.

Also gibt’s hier keine Zombies, sondern so eine Art Pilzinfizierte, wobei die Unterschiede nicht wirklich auffallen, weil die Amokläufer Blut rotzen und dich zu Klump hauen, bis dir selbst so ein Pilzballen mit Tentakeln im Nacken wächst.

Die Zielgruppe ist daran interessiert, weil hier eine Gemeinde auf der grünen Wiese vom Rest der Welt durch das Militär abgeriegelt wird, speziell hier zwei Schwesterleins im besten Teenageralter, während die Eltern am Flughafen zurückgehalten werden. Die Mädels informieren sich, kriegen Militärrationen gestellt, suchen Daddys Kanone raus und verhalten sich ansonsten so, wie man es von Teenagern erwarten kann: sie feiern ne dicke Party, was natürlich höllisch schief geht.

Ach so ja, für alle Young-Adult-Fans: eine Schwester ist ein Mäuschen mit einem Crush für den Nachbarsjungen, eine ist partysüchtig, rattig und hat nen Hirni als Freund. Nun ratet, welche davon infiziert werden wird.

Man kann es spüren, mit Überraschungen ist hier nicht viel zu machen. Die Kids bewegen sich haarscharf an der „Was für Idioten“-Grenze, um meistens dann noch die Kurve zu kriegen, haben dann aber immerhin den Mumm, um der Sache intern auf den Grund zu gehen.
Zum Finale gibt’s eine Expedition in die Brutzentrale der Pilztentakeligen und in diesen Momenten wird der Horror tatsächlich recht greifbar, rückt man den Eingeperrten endlich wirklich mal nahe.
Vorher hakt der Film das Erwartbare ab, gibt hier und da ein paar Infos preis, bleibt aber sonst auf beengtem Raum und bietet wenig Lösungen an, weswegen das Ende auch mehr ein Auftakt für weitere Fortsetzungen ist, die aber nicht kommen sollten.

Als auf Vorglühfilm zu einem herzhaften Partyabend müsste „Viral“ jeden 16-20jährigen, der ein wenig Herz für Horror hat (und das haben angesichts der Zuschauerverhältnisse ja vor allem Mädchen), in positive Schwingungen versetzen, mit zunehmenden Alter spürt man dann schon, dass man das alles irgendwie kennt und es offenbar auf so eine Art Pilotfilm hinausläuft.

Insofern ein Film, der Freitagnacht Spaß machte, an den man sich nach vier Stunden Club und sechs Flaschen Partymix am Samstag kaum noch erinnern kann. (5/10)

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