Hier ist er also, der filmgewordene Anachronismus zu den oberflächlichen Schweiger/Schweighöfer/Herbig-Kino-Blockbuster-Komödien, die uns sonst als deutsche Produktionen so heimsuchen. Cannes hat diesen Film gefeiert und in den USA läuft er sogar in den Cinemas. Was ist passiert, dass ein langweiliger und inhaltlich uninteressanter Dünnschiss durch den Feuilliton so geliebt, geachtet und unkritisch behandelt wird? Ist der Deutsche Film dermaßen schlecht und am Boden, dass man diesen "ARD-Kunstfilm" als intensive Offenbarung versteht? Oder sind wieder nur steuerliche Fördermittel das ausschlaggebene Kriterium der positiven Aufwertung? Wer mal auf die Länge des Films sieht, wird erstaunt sein, wenn er erstmal die erste Stunde rum hat. Bis auf unintelligente, gestelzte bis richtig lahme Dialoge, bekommt man absolut nichts geboten. Weder scharfe Pointen noch beissende Satire bestimmen hier das Geschehen. Als "Komödie" will ich diesen Mist schon gar nicht enttarnen. Weder filmisch noch stylistisch, schauspielerisch, humoristisch oder inhaltlich: es gefällt mir rein gar nichts. Die deutsche Theaterakademie hatte wohl Ausgang und wollte mit Laien einen trivialen Lebenstraum in Form von sperrigen Kopfkino verwirklichen. Ihr Motto der unmotivierten Langsamkeit: "Gähnend stirbt das Eichhörnchen - erstickt an seiner Nuss." Es wird in der Wohnung der Tochter rumgehockt, auf Seminaren englisch gesprochen und gehoben abgelacht. Einen kleinen Furz, Mini-Zoten und einen wichsenden Manager gibt es auch, um menschlich nicht ganz im harten Business der dramaturgischen Tiefe zu versacken und eine gewisse Offenheit klarzustellen. Eine Banalität, Frechheit und Grausamkeit zugleich, wenn man bedenkt, was z.B. Kinoproduzent Bernd Eichinger aus diesem Stoff gemacht hätte. So bleibt einem nur noch das Weinen als Alternative, denn wer sowas ernsthaft gut findet, frisst auch kleine Kinder. Wer Menschen beim Alltag beobachten will, soll in den Park gehen. Absolute
Zeitverschwendung hoch zehn.