Aushalten – das ist ein Prinzip von Toni Erdmann: Die Einstellungen sind ungewöhnlich lang, fangen aber gerade dadurch die Echtheit der Situationen hervorragend ein. Und die Masche des Vaters ist so penetrant, das sie über das Nervige hinauswirkt und eine seltsame Sympathie für die Figur aufkommen lässt,die jenseits der offensichtlichen Komik und Peinlichkeit liegt. Die Dialoge sind so herrlich trocken deutsch, dass es ein Vergnügen ist, gleichzeitig ist der Film so undeutsch mutig und poetisch, wie man es selten gesehen hat.
TONI ERDMANN zeigt vielleicht die authentischste filmische Darstellung von Elternbeziehungen und Unternehmensberatungen, in jedem Fall aber die eindrucksvollste Whitney Houston-Interpretation und die merkwürdigste Nacktszene der Filmgeschichte. Ein auf unspektakuläre Weise außergewöhnlicher Film.