Ines Conradi arbeitet als Unternehmens-Beraterin und ist momentan für eine Firma in Bukarest tätig. Ihr Vater Winfried, zu dem sie eine gelinde gesagt schwierige Beziehung pflegt, beschließt nach dem Tod seines geliebten Hundes spontan, seiner Tochter einen Überraschungs-Besuch vor Ort abzustatten. Da er der Meinung ist, dass Ines sich endlich mal den Stock aus dem Arsch ziehen müsste, setzt er sich eine schäbige Perücke auf und schiebt sich ein lustiges Gebiss in die Schnauze und macht sich als vermeintlicher Life-Coach "Toni Erdmann" daran, das Leben seiner Tochter ganz schön durcheinander zu wirbeln. Hilarity ensues... oder so... Es wäre eine Sache, wenn "Toni Erdmann" im Vorfeld als groteskes und verstörendes Drama über eine dysfunktionale Vater-Tochter-Beziehung angekündigt worden wäre, und eventuell könnte man in dem Fall das generelle Lobgehudel allerseits ja noch ein Stück weit nachvollziehen... aber so wie ich das verstanden habe, soll der Film ja angeblich tatsächlich eine Komödie sein. Jetzt ist Humor zwar subjektiv, okay, aber ich habe nur dummerweise bei dem Streifen nicht nur kein einziges Mal lachen müssen, ich könnte selbst mit vorgehaltener Pistole nicht mal sagen, welche Stellen hier überhaupt lustig gemeint gewesen sein sollen. 160 Minuten und jede einzelne davon war eine Qual. Und schlimmer noch: Die Titel-Figur Toni Erdmann ist tatsächlich einer der unerträglichsten Charaktere der gesamten bisherigen Kino-Geschichte, und dann hat der Streifen noch nicht mal den Anstand, mit dessen Krebs-Tod inklusive langsamem Dahinsiechen zu enden, wie das sonst bei drieseliger deutscher Scheisse so Usus ist. Zweieinhalb Stunden Hölle, aber wieder was gelernt: Wenn auf Macarons gewichst wird, kriegt man 'ne Oscar-Nominierung, auch wenn der ganze Mist aussieht wie ein dahergelaufener, popeliger ARD-Fernsehfilm.
1/10