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Am 30. Juli 1945 sinkt der schwere Kreuzer USS Indianapolis nach mehreren Torpedotreffern eines japanischen U-Bootes. Vier Tage treiben die Überlebenden im Meer, bevor sie entdeckt und gerettet werden. Nur etwas mehr als 300 Mann von den 1196 Besatzungmitgliedern überleben.


Die Geschichte, die der Film zeigt, basiert weitgehend auf wahren Begebenheiten. Details, persönliche Schicksale können Fiktion sein, aber die grundlegende Geschichte ist wahr und düster, denn laut Film überleben nur 317 Mann (laut Wiki 316), 880 sterben, viele durch Haiattacken. Brisant dabei ist, dass die Indianapolis zuvor die beiden Atombomben, die die USA gegen Japan eingesetzt hat, ins Kriegsgebiet transportiert hat.

Mario van Peebles inszeniert ordentlich. Es gelingt ihm jedoch nicht, im Mittelteil, wenn die überlebenden Seeleute im Wasser treiben und ein großes Buffet für die Haie sind (ein Überlebender spricht von 120-150 Haien, die beständig da waren), die beklemmende Atmosphäre dieser furchteinflößenden Lage zu vermitteln. Er zeigt Einzelschicksale, die aber nicht richtig weh tun, nie so intensiv werden, dass man mitleidet.

Wirklich packend wird der Film erst in der letzten halben Stunde während der Gerichtsverhandlung, bei der ein Sündenbock gesucht wird. Die letzten 10 Minuten sind dann geeignet zu erschüttern, denn da bekommen wir echte Aufnahmen der Rettung und Aussagen einiger Überlebender zu sehen. Im Abspann folgen dann Fotos der Besatzung.

Es sind vor allem diese letzten 30 Minuten, die den Film so sehenswert machen. Alles davor ist okay, plätschert aber doch ein bisschen vor sich hin. Die CGI-Effekte taugen leider nicht viel, aber bei einem solchen Film ist das imho kein Grund für Kritik.

Natürlich bleibt Pathos nicht aus, allerdings kommt die Marine bei der Aufarbeitung des Geschehens nicht sonderlich gut weg, da eine frühere Rettung möglich gewesen wäre.


1991 wurde die Geschichte der Indianapolis schon einmal verfilmt: Mission of the Shark: The Saga of the U.S.S. Indianapolis. Dort übernahm Stacey Keach die Rolle des Cpt. McVay, die hier von Nicholas Cage gespielt wird.


Okayer Film mit starker letzten halben Stunde und gutem Cast. Leider sind die Haiszenen nicht allzu intensiv geraten wie die Gerichtsverhandlung. Lohnt sich.

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