Review

kurz angerissen*

Für Jodie Foster ist „Money Monster“ bezüglich der Herangehensweise eine Weiterentwicklung. Anders als ihre übrigen Regiearbeiten lässt diese das Pacing über den Inhalt dominieren. Dem Sujet gemäß wird die Kapitalismuskritik nicht über Tiefgang erzeugt, sondern über die Unausweichlichkeit und Irreversibilität einer Live-Situation. Von ihr erwartet sich die Regisseurin sozusagen eine automatische Aufdeckung medial verhüllter Wahrheit.

Entsprechend führt sie George Clooney als clownesken Showmaster ein, der die Seriosität des von ihm getragenen Broker-Anzugs vor laufender Kamera ad absurdum führt. Schade, dass die Figur schon auf lustige Knöpfe drücken und wahnwitzige Tänze aufführen muss, damit unter Garantie zum Zuschauer durchringt, dass er eine Show wie „Money Monster“ nicht ernst nehmen darf – und damit er später gewisse Sympathien für jenes Individuum aufbringen kann, das sich vom kapitalistischen System übergangen fühlt und deswegen eine Live-Show kapert.

Es beginnt ein Spiel, das munter die Früchte sämtlicher Medien- und Geiselthriller in einen Topf wirft und dabei handwerklich nicht einmal eine schlechte Figur macht, auch wenn es zu den Eigenarten des Films gehört, dass man jede seiner Wendungen entweder weit voraussieht oder zumindest erahnt. Die Kombination Clooney + Roberts steht derweil für ausgedientes Starkino, das mit solchen Adrenalin-Knallteufeln neue Reputation zu erlangen versucht zu einer Zeit, da sich fast alles in großen Multiplexen über Tempo dechiffriert. Um hier mitzuhalten, ist Fosters Regie jedoch wiederum zu unspektakulär; um mit den großen Thrillern der 70er Jahre mithalten zu können, zu eindimensional.

*weitere Informationen: siehe Profil

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