Eine live übertragene Geiselnahme in einem TV-Studio ist das Thema von Money Monster, welches uns ein Wiedersehen mit den Altstars George Clooney und Julia Roberts beschert. Während Ersterer als Lee Gates eine typisch amerikanische, nach unseren Begriffen überdreht reißerische Show mit Börsentips moderiert, sitzt Julia Roberts als Patty Fenn in der Regie.
Alles geht seinen gewohnten Gang, als ein vermeintlicher Paketbote (Jack O’Connell) unbeholfen auf die Bühne stolpert. Es stellt sich dann aber schnell heraus, daß dieser Kyle Budwell nicht zufällig dort ist, sondern mit einer Waffe Meister Clooney zwingt, eine im Paket versteckte Sprengstoffweste anzulegen. Budwell ist nämlich ein wenig sauer, da er, einem Börsentip Lee Gates folgend, gerade sein gesamtes Erspartes verloren hat...
Was vordergründig als dezente Kapitalismus- und Medienkritik beginnt, entspuppt sich mit zunehmender Dauer jedoch als recht mäßiger Thriller, der nach 08/15-Schema abläuft und wenig Überraschendes bietet.
Während also Alarm ausgelöst wird, die meisten Mitarbeiter der Show leise und unauffällig das Studio verlassen und die Polizei mit Spezialeinheit anrückt, mus Lee Gates den zunehmend konfus und verzweifelt erscheinenden Erpresser hinhalten. Zunächst ist er völlig überrumpelt und für ein paar Momente ein kleines Würstchen, versucht sich in billigen Ausreden, bis er sich, ermuntert durch ständige Tips seiner Regisseurin via unsichtbarem Knopf im Ohr, dann fängt und den Erpresser zu beschäftigen sucht. Dieser Kyle Budwell gehört nicht zu den Aller-Intelligentesten und verlangt ein Gespräch mit dem derzeit jedoch unerreichbaren Chef jener Firma, die seine Kohle versenkt hat.
Um die Spannung etwas zu steigern, werden der Live-Übertragung der Geiselnahme zusehende Hacker in Fernost und Russland eingeführt (toll, was die sich alles anschauen...), welche für das Programmieren gewisser börsentauglicher Algorithmen verantwortlich sind. Noch konfuser ist die Idee der Polizei-Scharfschützen, auf den Sender der Sprenstoffweste zu zielen um so dessen Detonation zu verhindern. Bei einem angesprochenen 60%-80%igen Risiko, dabei Lee Gates (George Clooney) zu verletzen, sehr realitätsnah...
Als dieser das Manöver gerade noch rechtzeitig bemerkt, solidarisiert er sich mit dem Erpresser und gemeinsam überlegen sie einen Ausweg aus dieser Situation. Wohlgemerkt, nicht weil Mr. Money Monster Clooney etwa Mitleid mit Budwell hätte oder gar seine Empörung über die hirnrissigen Aktientips teilt (für den Verlust des Geldes - eine vergleichsweise geringe Summe - bietet er ihm Ersatz an) sondern weil er den Beschuss vermeiden will.
So sitzen dann am Ende Clooney und Roberts gemeinsam bei einem Kaffee, gegen den inzwischen aufgetauchten Firmenchef, der tatsächlich Dreck am Stecken hat wird ermittelt und der Geiselnehmer ist tot und vergessen. business as usual eben.
Für mich zu glatt und vorhersehbar. 4 Punkte.