Eine Doku über unser Essen, die uns zeigt, was wir essen und welche Folgen das hat, für uns, für die Tiere, für die Umwelt.
Der Film hinterlässt mich ein wenig sprachlos, nicht weil ich nichts dazu zu sagen hätte, sondern wohl eher, weil ich nicht weiß, wo oder ich anfangen soll.
Mein Umfeld behauptet im Allgemeinen, ich sei einrecht intelligenter Mensch mit großem Allgemeinwissen, nicht studiert oder ähnliches, eben guter Durchschnitt. Und ich dachte, ich wüsste zumindest halbwegs Bescheid über unser Fleisch und die Tierhaltung. Nur von Schlachtung hatte ich definitiv keine Ahnung. So dachte ich.
Hope for All ist der mit Abstand härteste, brutalste, schonungsloseste filmische Tritt in die mentalen Weichteile, den ich je anzusehen mich schon fast zwingen musste. Ja, ich bin auch ein emotionaler Mensch, aber dass mir bei einem Film gleich mehrfach die Tränen gelaufen sind, hab ich auch noch nicht erlebt.
Ich kann den Wahrheitsgehalt des Gezeigten nicht prüfen, aber für mich klingt es plausibel und die Experten, darunter Dr. Jane Goodall, sind gut und vielseitig gewählt. Btw., die Sprecher:innen u.a. mit Joachim Kerzel und Detlev Bierstedt auch.
Der Film erklärt uns erstmal, welche Folgen der Konsum von tierischen Produkten hat. Ich hatte keine Ahnung, dass Milch förderlich für die Produktion von Krebszellen ist oder dass tierische Produkte allgemein Herzerkrankungen, Diabetes und Adipositas fördern.
Ich bin schwer herzkrank. Und ich habe Zeit meines Lebens viel Fleisch gegessen, möglichst das Billige natürlich. Ist meine Erkrankung, mein Leiden, selbstgemacht oder zumindest gefördert? Möglich. Wahrscheinlich.
Im nächsten Akt kommt die Folter, die Tortur. Für uns, die hinsehen, vor allem aber für die Tiere. Mir war klar, dass Massentierhaltung wirklich übel ist, um das mal salopp zu formulieren.
Ich hatte keine Ahnung. Nicht die Geringste.
Nachdem, was ich hier gesehen habe, gefilmt und von ehemaligen Tierbauern und Schlachtern berichtet, kann man nicht mehr von Tierquälerei reden. Das trifft es nicht mehr. Das reicht nicht aus, um die erbarmungslose Brutalität und herzlose Gefühlskälte zu beschreiben, mit der wir die Tiere behandeln.
Einer der größten Betriebe zur industriellen Verarbeitung von Hühnern steht in D und verarbeitet PRO STUNDE 27.000 Hühner, 432.000 am Tag.
Und was ich mal als besonders schaurig empfand, ist der Fakt, dass auch in D Schlachtbetriebe Gaskammern (!) zur Betäubung von Schweinen verwenden, die anschließend in Akkordarbeit einen tödlichen Stich zum Ausbluten erhalten, bevor sie in die Brennkammer gelangen. Diese erreichen 9% aller Schweine lebendig und bei Bewusstsein. Und dabei ist es egal, ob Massentierhaltung oder Biohaltung, denn den Schlachtbetrieb durchlaufen alle gleichermaßen.
Und das ist nur die Spitze des Gezeigten, die Spitze dessen, was wir tun, damit unser Essen möglichst viel und oft Fleisch und Milchprodukte enthält. Und das möglichst billig.
Es folgen noch einige wunderschöne Bilder von im Matsch herumrutschenden Schweinen, springenden und kuschelnden Kühen, ballspielenden Ziegen und andere zauberhaft süße Bilder. Fast wie eine kleine Versöhnung. Doch das Gefühl ist bitter, denn der Schock sitzt tief.
Zumindest bei mir.
Ich war immer der Meinung, dass es wenig bringt, Vegetarier zu werden, ich hielt es für besser, gutes Fleisch zu kaufen, die Nachfrage zu ändern, doch das funktioniert nicht. Das sehe ich jetzt ein.
Es gibt kein gutes Fleisch mehr.
Und gute Milch gibt es nur noch direkt vom Bauernhof. Wenn überhaupt. Denn auch Milch verursacht nur Leid.
An der Stelle höre ich einfach besser auf.
Schaut den Film an. Je mehr ihn sehen, desto besser.
Vielleicht trifft mich der Film so hart, weil ich herzkrank bin und mir die Zusammenhänge nicht klar waren. Definitiv gehen die Bilder, das Leid der Tiere direkt ins Herz.
Ich für meinen Teil hab bisher noch nie eine Kuh weinen sehen.
Ich bin jetzt Vegetarier!
Für die Tiere, für die Welt, auch für euch, vor allem aber für mich!