Inhalt:
China..., wohl in den 1920er Jahren.
Die schöne Guei Chi (Kwan Bo-Ling) soll für ein großes Stück Land einen mongolischen Fürsten heiraten, so hat es ihr Vater beschlossen.
Die junge Frau ist darüber todunglücklich, liebt sie doch einen anderen Mann, den hervorragenden KungFu-Kämpfer Chien Nan (Lee Tin-Ying).
Als Guei Chi von Captain Yao (Yeung Wai) und dessen Gehilfen, dem vom Vater des Bräutigam entsendeten Fightern (Tong Tin-Hei u.a.), in die Mongolei eskortiert werden soll, will Chien Nan seine Geliebte vor ihrem Schicksal bewahren und befreien.
Zuvor wird Chien Nan seine Brieftasche mit einem Brief von Guei Chi durch 4 junge Männer entwendet.
Nachdem Chien Nan diese Männer im Kampf besiegte, versuchen die vier ihn bei seiner Mission zu unterstützen. Die Eskorte mit Guei Chi findet zunächst Unterkunft in einem Ort, dem der Magistrat Chiao (Sze-Ma Wah-Lung) vorsteht. Und Chien Nan stehen nicht nur die 4 jungen Männer bei, sondern auch sein Onkel Yi (Eddy Ko).
Es kommt zu einigen Intrigen und Kämpfen..., und als Yao Skrupel zeigt, scheint sich das Blatt zu wenden, doch will Yao die junge Dame für sich selbst...!
Schließlich kommt es zum Show-Down..., die 4 jungen Männer nehmen sich die mongolischen Kämpfer vor, und zwischen Chien Nan und Yi auf der einen Seite sowie Yao und dem Leibwächter (Wilson Tong) des Bräutigam-Vaters auf der anderen, kommt es zum gnadenlosen Kampf auf Leben oder Tod......
Fazit:
Wenn man weit über 1.000 Eastern-Produktionen, darunter wohl die besten Streifen dieses Genres, gesehen hat..., ist man scheinbar auch ziemlich verwöhnt. Dieser KungFu-Actioner hier, "The Angry Dragon", kommt aufgrund seiner simpel-hanebüchenen Storyline, seiner mitunter schwachen Darsteller und seiner anfangs langsam wirkenden Mach-Art nur ganz knapp über eine mager-durchschnittliche Note mit Wohlwollen hinweg.
Im Jahre 1972 drehte Regisseur Cheung Sum für das Label von "Alex" Gouw Hiap, "Goldig Films" in Hongkong, diesen KungFu-Film vom Fließband der Massenproduktion.
Schon beim recht langsam inszenierten "Zwei tödliche Fäuste im Schatten der Schlange" (siehe mein Review auf dieser website), ebenfalls mit Wilson Tong, zeigte dieser Regisseur, dass er sich unter Wert verkaufte.
Auch hier ist die Story langsam in Szene gesetzt, oft hanebüchen, mitunter wirr. Das kann aber evt. auch daran liegen, dass die mir vorliegende Fassung einen schweren Schnittfehler hat. Wenn der Film allerdings wirklich so damals im Kino gezeigt wurde, ist das ein schwerer Fauxpas der Profis im Schnittraum nicht passieren darf.
Dazu kommt, dass das Ganze zusammengezimmert und hinkonstruiert wirkt, sowie einige Figuren inkonsequent handeln, vor allem die Hauptakteurin und die brutal-eselig wirkenden Leibgardisten, die die junge Damen eskortieren.
Vier junge Männer stehen dem Helden bei, sie verlieren sich, tauchen wieder auf, ja selbst der Held verliert sich in diesem Drama für eine kurze Zeit, bis er auf einmal wiederr auftaucht, na ja.
Zum Glück mündet dass denn alles noch einigermaßen schlüssig und erwartbar in ca. 20 Minuten KungFu-Action total..., was einmal mehr die Sache noch rausreißt.
So geht es ja etlichen Produktionen dieses Genres..., wo auf die Story und die Darstellungen weniger Wert gelegt wird, und dafür die Action zündet.
Dabei ist der Look dieses Streifens, seine Atmosphäre am Ende gar nicht mal so übel, und neben der KungFu-Action im Schluss-Segment noch das Beste an "The Angry Dragon".
Anfangs sind die Locations noch billig-schäbig, eine Movie-Town open air, dann verlagert sich das Geschehen in eine pittoreske Felslandschaft..., hell-klare Bilder, in der die finalen KungFu-Fights dann rocken.
Das haut "The Angry Dragon" dann noch aus dem Benotungs-Schlamassel raus, im wahrsten Wortsinn.
Lee Tin-Ying ist hier der Held..., erst wirkt er einfältig, dann entwickelt er sich zum taffen Fighter, erst so langsam, dann verliert sich seine Figur fast, am Ende darf er aufdrehen. Aber er hat Glück, dass noch andere besser fighten.
Nämlich Eddy Ko und Wilson Tong, die hier die KungFu-Action, dann auch zusammen mit Yeung Wai dominieren. Zur KungFu-Action komme ich wie immer dann noch abschließend.
Eddy Ko ist als ruhig-besonnener Onkel des Helden eh auch darstellerisch ein Pluspunkt. Wilson Tong ist ohnehin mehr ein KungFu-Fighter denn ein echter Schauspieler.
Yeung Wai sorgt für den leichten Twist vor dem Finale..., ein Böser oder doch ein Guter...?
Schwach abfallen tun in der Darstellung die 4 jungen Männer, die mir namentlich noch nicht einmal geläufig sind. Und vor allem Tong Tin-Hei, glatzköpfiger "Villain vom Dienst" und sein Kumpel hier..., so brutal wie tumb-klobig, so agieren die beiden, oh je.
Eine schwache Performance bietet leider auch die schöne Kwan Bo Ling..., die gegen ihren Willen in die Mongolei eskortiert werden soll. Sie flennt und jammert..., und bittet immer wieder, dass man sie entweder laufen lassen oder töten soll. Mädel, Du nervst.
Zum Glück hat aber "The Angry Dragon" auch einiges an knallharter, mehr als solide choreographierter KungFu-Action zu bieten.
Die Fights leben von durchaus abwechslungsreichen Moves und guten Choreographien, sowie einem brachialen Dubbing, was die Brutalität der Fights denn noch in ihrer Wirkung steigert.
Vor allem das Finale in pittoresker Felslandschaft..., mit Lee Tin-Ying, Yeung Wai und vor allem Wilson Tong und Eddy Ko, kann hier den eingefleischten Eastern-Fan noch überzeugen.
Und das haut die Sache noch raus.... ca. 20 Minuten KungFu-Action-Total.
So geht es denn "The Angry Dragon" wie vielen Filmen dieses Genres..., bei dem es -hier zum Glück- eben weniger auf die Story und die Schauspielkunst ankommt.
Eine richtig gute Note ist so allerdings natürlich nicht drin..., und der Film so denn auch kein Klassiker.
Ein Eastern nur für eingefleischte Genre-Anhänger, für diese "für zwischendurch"... mit noch am Ende atmosphärischen Bildern und rockender KungFu-Action.
5,5/10.