Der letzte Bond der Brosnan Ära, nun liegt die Ehre bei dem gnadenlos unterschätzten Daniel Craig. Den Produzenten war Brosnan danach einfach zu alt, welcher noch bereit gewesen wäre einen Bondfilm zu übernehmen, dann hätte auch er von selbst abgedankt. Doch man wollte James Bond auf neue Spuren schicken, was man ja jetzt mit " Casino Royale " erledigt hat. In diesem neuen Konzept war für Brosnan kein Platz mehr, doch mit " Die Another Day " verabschiedet er sich würdig von seinen Fans. Das Drehbuch hierzu schrieb diesmal Neal Purvis und er hatte keinen Ian Fleming Roman als Vorlage, alles hier ist selbst erdacht und selbst kreiert. Cubby Broccoli´s Tochter Barbara führt das Erbe des Vaters weiter und produzierte zusammen mit Michael G. Wilson. Man ließ sich hier mit dem Budget wahrlich nicht lumpen und gab eine bombastische Summe aus, doch bei den Einspielergebnissen musste man sich bei einem Bondfilm noch nie Sorgen machen. Lee Tamahori ( Auf Messers Schneide ) übernahm den Part der Regie, das erste Mal, dass er einen Actioner inszeniert und es ist für einen Regisseur wirklich eine Ehre, ein Abenteuer mit James Bond zu inszenieren, aber auch eine große Herausforderung, denn die Fangemeinde darf nicht enttäuscht werden. " Die Another Day " ist wahrlich nicht der beste Bondfilm, leider etwas getrübt durch ein paar Szenen mit mieser Tricktechnik, aber ich als Fan bin trotzdem total begeistert.
Story: MI-6 Agent James Bond ( Pierce Brosnan ) wurde aus den eigenen Reihen heraus verraten, als er versuchte Colonel Moon ( Will Yun Lee ) das Handwerk in Korea zu legen. Bond wird 14 Monate in Korea festgehalten und gefoltert, bis in M ( Judi Dench ) gegen den Kriminellen Zao ( Rick Yune ) austauschen lässt. Nach einer kurzen Erholungspause macht sich Bond daran Zao aufzuspüren. Dabei stößt er auf den millionenschweren Gustav Graves ( Toby Stephens ). Der hat gerade eine Superwaffe entwickelt und will damit Korea befreien. Zusammen mit der Agentin Jinx ( Halle Berry ) versucht Bond ihn aufzuhalten.
Wie immer kann man eine gute Story erwarten, die ein paar tolle Ideen mit sich bringt. Nur die Sache um Moon´s Identität hätte man ruhig noch länger vertuschen können, da kommt der Zuschauer viel zu schnell drauf. Ansonsten stimmt die Geschichte und wird sehr tempo und actionreich erzählt. Bond reist dabei wieder um die halbe Welt. Vom kalten düsteren Korea, ins sonnige Havanna, zurück nach London. Der Höhepunkt stellt natürlich der Eispalast dar. Die Kulisse wirkt sehr authentisch und wurde mit einem riesigen Aufwand in Wirklichkeit erbaut. Die Bilder hier sprechen für sich, daher ist auch " Die Another Day " wieder sehr schick und abwechslungsreich anzusehen.
Eigentlich halte ich nichts von Madonna und auch ihr Kurzauftriit ist nicht gerade prickelnd, aber der Song ist klasse. Überhaupt ist der Score von David Arnold schlichtweg brillant und wartet mit massenhaft Sounds auf.
Die Höhepunkte hier stellt die Action dar und da lässt man es megamäßig krachen. Das 20 Bondabenteuer ist eine wahre Zerstörungsorgie mir massenhaft bilschirmfüllenden Explosionen, vielen Shootouts und auch die Anzahl der Fights hat man deutlich hinaufgeschraubt. Dazu gibt es eine tolle Verfolgungsjagd mit vielen Gimmicks und die grandiose Zerstörung des Eispalastes. Leider gibt es hier auch eine Kehrseite, denn obwohl man ein großes Budget hatte, greift man als zu CGI und anderen Tricktechniken, welche alles andere als gut aussehen. Dies merkt der Zuschauer vor allem als Bond mittels Fallschirm über die Riesenwelle surft und auch im Finale gibt es ein paar ( schlechte ) Szenen davon zu sehen. So etwas hat in einem Bondfilm nichts zu suchen. Auch das unsichtbare Auto ist für mich etwas zuviel des Guten, wobei die anderen Gimmicks wieder auf dem neuesten Stand sind und damit wirklich atemberaubend.
Selbst den trockenen Humor hat Bond beibehalten und gibt einige Onliner zum Besten, ansonsten geht es nämlich ganz schon kalt und ernst zu, bis auf die Cyber Szenen natürlich.
Pierce Brosnan gibt zum letzten Mal den britischen Agenten mit Herz, Humor und viel Charme. Seine Darstellung lässt wieder mal keine Wünsche offen. Halle Berry präsentiert sich so sexy wie möglich und das gelingt ihr auch. Doch für ein Bondgirl ist sie mir zu stark, mir gefällt es viel besser wenn er eine One Man Show abzieht. Oscarpreisträgerin Judi Dench macht immer einen guten Job, genauso wie John Cleese als neuer Q. Toby Stephens ist ein perfekter Bondgegner, arrogant, herrlich fies, ein richtiges Arschloch. Auch der zweite Gegenpart, verkörpert von Rick Yune ist stimmig. Michael Madsen als Geheimdienstchef Falco kann sich mal wieder über eine A-Rolle freuen.
Fazit:
Pierce Brosnan nimmt Abschied und macht die Bahn frei für Daniel Craig. Gute Story, richtig rasant, spannend, vor allem actionreich. Man kann sich auf eine deftige Zerstörungsorgie freuen mit stimmigen Darstellern. Atemberaubende Kulissen und ein brillanter Score runden das Ganze ab. Leider greift man als auf billige Tricktechnik zurück, was sich störend auswirkt.
Aber immer noch ein einmaliger Genuss für uns James Bond Fans.