Review

Der Film ist für mich die größte Enttäuschung unter den 20 Bondfilmen. Denn alles was in den letzten 40 Jahren gut war hat man anscheinend über den Haufen geworfen. Diesmal ist es kein Bondfilm der durch Charme, Stil und Niveau überzeugen will, wobei dieses alles sowieso abgenommen hat, sondern durch extrem schlechte Special Effects. Nur weil Spiderman mit solchen schlechten Effekten der erfolgreichste Film des Jahres ist, muss man das doch nicht gleich kopieren.

Darsteller: Brosnan spielt wie immer, also da kann ich nichts kritisieren, außer dass ihm der Elan und Charme (Drehbuch bedingt) von Twine oder Thomas Crown etwas fehlen.
Aber Halle Berry nervt gewaltig. Denn eine storymäßig gewollte, ebenbürtige Partnerin zu Bond passt gar nicht und im Film hängt sie sowieso hinter Brosnan hinterher. Auch die Tatsache, dass die Oscarpreisträgerin ändert nichts an der Tatsache, dass sie auch nicht besser spielt als andere Bondgirls. Vom besten Bondgirl aller Zeiten kann da keine Rede sein. Sie beeindruckt genauso nur durch ihr exzellentes Aussehen.
Rosamund Pike spielt ein undurchschaubares und etwas geheimnisvolles Bondgirl (gute Aura). Sie überzeugt im Vergleich zu Berry und das finde ich überraschend.
Toby Stephens ist für mich einer der schlechteren Gegner, da er vor allem zu jung ist und auch eine „beschissene“ Synchronstimme hat. Außerdem kauft man ihm nicht ab, dass er die Welt (Korea) regieren will.
Rick Yune ist bis auf die Tatsache, dass er Diamanten im Gesicht hat ein ordentlicher Handlanger. Ist auf dem Niveau von Mr. Stamper, Jaws usw. Im Gegensatz zu Stephens nimmt man ihm aber die Boshaftigkeit ab und das reicht auch für seine Rolle.

Die Story einzeln bewertet:
Zur neuen Gunbarrelsequenz kann man sagen, dass sie nicht schlimm ist, aber die Alte hätte es auch getan, kurz gesagt keine sinnvolle Erneuerung.
Vorspann: Die Surfszene wirkt irgendwie deplaziert, da sie nur als Eyecatcher dient, aber eigentlich war sie nicht nötig. Der Austausch mit dem Diamantenhändler ist eine der besten Szenen im Film. Der darauffolgende Deal ist eine Bond typische Situation und die Flucht auch, wenngleich der Vorspann sehr an die letzten 3 Filme erinnert, möchte ich ihn dennoch als gelungen bezeichnen, bis auf die Tatsache das James in 14 monatige Gefangenschaft gerät.
Die Main Title Einstellung ist in meinen Augen nur eine optische Ablenkung von dem unpassenden Madonna Song (ich mag den Song), da man sich nämlich darauf konzentriert zu verfolgen, wie es 007 ergeht.
Bond´s Austausch: gegen Zao ist eine von diesen Bondszenen die durch das Drehbuch sehr undurchschaubar wirkt, obwohl diese Szene eine große Bedeutung hat. Aber solche Szenen gab es in den Vorgängern auch schon muss ich anmerken.
Klinik: Gegen 007´s Ausbruch gibt’s nichts einzuwenden. Jedoch die Szene im Hotel ist totaler Klamauk, denn der Portier/Agent kommt mir vor wie Otto oder Mike Krüger, solche albernen Typen gab es vorher noch nie und solche Typen braucht Bond auch nicht.
Kuba: Ich sage mal der komplette Kuba Part ist als ordentlich zu bezeichnen, bis auf den Klippensprung von Jinx, denn das dient nur dazu um zu zeigen, dass James eine ebenbürtige Partnerin hat, obwohl sie im Film viel weniger schauspielerisches talent und Charakter/Profil zeigt.
Underground: Die Szene im Underground London´s mit M ist auch nur durchschittlich, da M sehr abweisend ist und so was auch noch nie da gewesen ist. (In Lizenz zum töten hat Bond gekündigt). Der anschließende Q Part ist mies, da die abfälligen Bemerkungen von 007 irgendwie fehlen und John Cleese ein schlechter Nachfolger ist,(Er hat nun mal das Image eines Komikers) da man ihm die Q Ernsthaftigkeit nicht abkauft.
Die Gadgets wirken diesmal ideenlos, bis auf das unsichtbare Auto. Aber das ist so schlecht, dass es schon wieder gut sein könnte.
Fechtszene: Im Fechtclub fängt die Szene stark an (Bond´s unterschwellige Andeutung), jedoch fällt auch die Qualität der Szene mit zunehmender Kampfdauer.
Eispalast/ Island: Ab hier geht der Film dann entgültig unter. Die Einstellung wo alle Sonnenbrillen aufsetzen, außer Bond, Jinx und Graves kann nur ein schlechter Scherz sein. Die Einbruchsequenzen sind bis auf das „invincible car“ okay. Die Szene wo Bond Jinx vor den Lasern rettet ist voll übertrieben und Jinx stöhnt wie eine Prostituierte. Der Tot von Mr. Kill ist dann die Krönung des Ganzen.
Danach kommt dann nur noch Action, die ich unkommentiert lassen möchte bis zu der Szene im Flugzeug.
Flugzeug, Endfight: Als Graves zu seinem Vater sagt: „ich bin dein Sohn, war ich drauf und dran das Kino zu verlassen, denn das ist so schlecht und vor allem gab es diese Szene schon in 1000 B - Movies.
Ende: Die Moneypenny Sequenz passt voll nicht in den Film, da sie viel zu bodenständig ist. Die letzte Bond und Jinx Szene lässt endlich mal nach 130min Bondflair aufkommen, leider mit der Fecht,- Diamantenhändlerszene auch das einzige mal.

Fazit: Wenn der Film mehr Bondflair hätte aufkommen lassen, wäre er sicher gut, denn dann verzeiht man auch die miese Action, die zudem dieses mal billig aussieht. Aber mit billiger schlecht gemachter Action kann man im Moment das meiste Geld verdienen (Spiderman, Mumie kehrt zurück, Scorpion King, XXX), so dass die Produzenten die Messlatte daran festlegen. Meiner Meinung nach muss Bond nicht aus dem gleichen Holz geschnitzt werden wie Spiderman usw.
Dazu kommt die unpassende Einführung von Jinx, die Bond auch noch etwas vom Geschehen wegnimmt und dadurch das Bondflair weiter zerstört. Aber seit Tomb Raider sind Power Frauen voll im Trend, so dass die Produzenten sagten wir brauchen das auch. Insgesamt ist DAD ein Mix aus allem was gerade im Actiongenre angesagt ist. Und somit kommen wir zu den total sinnlos hereingebrachten Slow Motion´s. Tamahori hätte wenigstens bei John Woo reinschauen sollen, um zu sehen wie, man Slow Mo´s wenigstens sinnvoll nutzt.
Tiefpunkt des Films ist natürlich die Vater-Sohn Szene, die man schon 1000x gesehen hat und mit der Zeit auch nicht besser wird.
Insgesamt war der Film grottenschlecht und auch verhältnismäßig langweilig, da die Actionszenen für mich nur Langeweile ausgestrahlt haben, da sie nicht in der Menge und übertriebenen Weise zu Bond passen. (Goldeneye und TND hatten jeweils eine super unrealistische Szene und nicht 100) Es passte einfach nichts richtig zusammen (vgl. wenn man im Porno sieht, wie einer Brötchen backt, stimmt auch etwas nicht).
Schlussanmerkungen: Meine Befürchtung ist eingetreten, dass es sich bei Bond 20 um den inoffiziellen XXX2 handelt. Somit ist in meiner Bond Ranking Liste Moonraker (4/10) als schlechtester Bond abgelöst worden und DAD hat den Platz nun inne (2/10). Hoffentlich geht es in Bond 21 back to the roots, ähnlich wie bei „For your eyes only“ nach Moonraker.
Als allerletztes möchte ich anmerken, dass alle die diesen Film gut finden, keine echten Bondliebhaber sind, da Liebhaber bestimme Ideale mit Bond in Verbindung bringen, die dieser Film auf keinen Fall hat. Aber ansonsten kann man den Film gut finden, da Geschmäcker halt verschieden sind.

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