Lee Tamahori hat es uns versprochen: "James Bond hat hier den besten Fick seines Lebens"; so schreibt auf jeden Fall "Cinema".
Aber sind wir ehrlich: Dass haben uns Martin Campbell, Roger Spottiswoode und Michael Apted auch versprochen... mit einem Unterschied: Tamahori hat sein Versprechen gehalten.
Und somit brilliert endlich auch einmal Pierce Brosnan als James Bond..., nachdem er in "Goldeneye" (6/10) und "Der Morgen stirbt nie"(5/10) eher mäßige Schauspielkunst in eher schwachen Filmen gezeigt hatte und vorletztes Jahr in der James Bond-Katastrophe des Jahrhunderts mit "Die Welt ist nicht genug"(2/10) völlig versagte.
Okay, im vierten Anlauf, allerdings hat dieser Film es in sich:
Endlich bekommt Bond wieder typisch klassische Feindbilder zugestellt, die hervorragend spielen und toll agieren.
Endlich begleiten Bond mal keine Pin-Ups durch den gesamten Film, sondern eine hervorragende Partnerin in Form von Halle Barry.
Endlich ist die Story wieder Bond würdig und sogar mal wieder spannend (!) geschrieben.
Endlich kommt wieder viel Selbst-Ironie und Humor zum Ausdruck, ohne dabei die Slapstrick-Grenze zu überschreiten.
Endlich bekommen wir einem Bond-Streifen zu sehen, der würdig ist, für 15 Euro im Kino erblickt zu werden und zwar nachdem ich fast schon aufgegeben hatte, Agentenhumor mit schönen Frauen gepaart mit reißender Spannung statt den sinnlosen Action-Attaken der letzten 4-5 Bondstreifen zu sehen.
"Cinema" schriebt weiter, dass Brosnan der "beste Bond aller Zeiten" sein soll. Da stockt natürlich einem richtigen Bond Fan das Herz; denn der hat seinen Prototyp des Geheimagenten schon immer in Sean Connery gesehen.
Nachdem ich den Film gesehen habe, muss ich sagen, dass Tamahori in seinem Interview völlig recht hatte:
Brosnan erfindet den Bond-Typen neu, so dass man getrost sagen kann: Connery in "Goldfinger"(10/10) war schon super, passt aber nicht in "Stirb an einem anderen Tag"; das gleiche gilt für Moore und die anderen...
Noch zwei Bemerkungen:
-Eine wichtige Frage war ja, ob nach dem Tode des orginal "Q´s" der Film mit John Cleese nicht in Bereich von Monty Python-Humor abtrifftet; getrost kann ich sagen: Cleese hält sich gut, wenn er auch nicht an seinen Vorgenger heranreicht.
-Es ist schön, auch mal wieder Michael Madsen auf der Leinwand zu erblicken.
FAZIT: Tamahori hat das geschafft, was Apted, Spottiswoode und Campbell in den letzten Jahren erfolglos versucht haben: Den Stil des 60er Jahre-Bonds als Agentenfilm mit der Action des neuen Jahrtausends zu verkuppeln und er hat damit einen neuen Bond-Typen erschaffen.
Ob Zufall oder nicht:
DIESER BOND WIRD MEINER ANSICHT NACH NUR
DURCH "Goldfinger", "Moonraker" oder "Der Mann mit den goldenen Colt" ÜBERTROFFEN.
EIN SPITZEN BOND...DER BESTE DER LETZTEN 20 JAHRE... (9/10)