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"Stirb an einem anderen Tag" reiht sich nahtlos in die Reihe "moderner" Bond-Abenteuer ein. So stehen auch hier aufwenige, auf Hochglanz getrimmte Actionszenen, coole Sprüche und schöne Menschen im Vordergrund - leider erneut ohne den typischen Charme alter Bond-Klassiker. Trotz abwechslungsreicher Schauplätze und Anspielungen schafft es "Die another Day" zu keinem Zeitpunkt, sich von einem simplen 08/15-Hollywood-Actionfilm im Hochglanzlook zu distanzieren, was bereits mit dem unpassenden Intro-Soundtrack von Madonna und einer typischen Keiner-Wird-getötet-Actionszene zur Einführung beginnt.
Im Prinzip ist "Die another Day" ein Parade-Beispiel für einen Film, dessen ansich vorhandenes Potential durch einen aberwitzigen Effekt-Overkill, der teilweise schon an Lächerlichkeit grenzt (Beispiel Autotranung), leichtfertig verschenkt wird. Über die Frage, ob Pierce Brosnan ein geeigneter Bond-Darsteller ist, lässt sich sicherlich streiten. Meiner Meinung nach ist er es nicht, da ihm der typische Charme und die Gewandtheit eines Roger Moore oder Sean Connery zumindest teilweise fehlt - da hilft auch noch so gutes Schauspiel nicht, denn nicht vorhandene Eigenschafte lassen sich halt nicht perfekt kompensieren. Gleiches gilt auch für Hale Berry, die als Bondgirl meiner Auffassung nach ebenfalls nicht wirklich geeignet ist. Ihre Rolle wirkt passagenweise doch arg übertrieben und besonders in den Actioneinlagen fast schon überflüssig.

Zusammenfassend gesagt ist der 20. Bond-Film, wie schon seine jüngsten Vorgänger, ein makellos inszeniertes, jugendgerechtes Actionabenteuer, dem das charakteristische Bond-Feeling der 60er und 70er Jahre weitgehend fehlt. Schade, somit bleibt wiedermal "nur" ein solider Actionspass für ein eher junges Publikum. Im direkten Vergleich unter den Brosnan-Bonds in meiner Bestenliste leider der letzte Platz.

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