James Bond wird in Nordkorea gefangen genommen, verhört und gefoltert. Nach 14 Monaten wird er ausgetauscht, darf aber nicht mehr für den MI6 arbeiten. Logischerweise ist er sauer, und da er weiß, dass er seine Gefangenschaft einem Verrat zu verdanken hat, geht er auf einen Rachefeldzug.
Nach dem chronologischen Durchschauen aller Bond-Filme ist dies der absolute Tiefpunkt der Serie. Schlimmer geht’s nimmer. Alle Naslang explodiert etwas (und am Besten gleich ganz viel, nur um auf Nummer Sicher zu gehen), die “Handlung“ ist den Bierdeckel nicht wert auf dem sie geschrieben wurde, und sowohl Pierce Brosnan wie auch Judy Dench denken offensichtlich nur an den Feierabend und das ersehnte Ende dieses Grauens.
Natürlich gibt es positive Aspekte: Wenn Bond mit langen Haaren und Vollbart im Nobelhotel im Pyjama aufkreuzt und selbstbewusst seine übliche Suite verlangt, das hat definitiv Witz. Auch die kleine Reminiszenz an vergangene Bond-Zeiten ist sehr gelungen. Dann die Szenen in Kuba, die tatsächlich Charme besitzen – die Art Charme, welcher die Connery-Bonds auszeichnete, nämlich einen menschlichen Zug in einer harten und bösen Welt, der ein angenehmes Gegengewicht zu Bonds Arbeitsalltag darstellt. Und dann ist da noch die Fechtszene zwischen Pierce Brosnan und Toby Stephens – DAS ist Dynamik, DAS ist Action, und obwohl (oder weil?) nichts explodiert sind das drei oder vier Filmminuten die Spaß machen, spannend sind, und wo man anschließend durchschnaufen muss.
Aber ob Bond nun auf hohen Superwellen nach Nordkorea reinsurft, Ferraris kopfüber aus einem Flugzeug wirft, oder Halle Berry mit ein paar wenigen coolen Sprüchen zum Beinespreizen bringt, das ist pure Unerheblichkeit und Aufgeblasenheit. Von extrem peinlichen und ärgerlichen Zutaten wie dem (bis dato) miesesten Titellied der gesamten Serie, dem unsichtbaren Auto oder der Gleitschirmszene auf Island mal ganz zu schweigen. Das ist auch nichts mehr was Bond in all den Jahren ausgemacht hat, weil selbst in den actionorientierten Brosnan-Vorgängern noch ein Minimum an Handlung und Logik die Explosionen verbunden hatte. Bis zu diesem Film zumindest. Wäre der Action-Overkill, der hier betrieben wurde, weitergeführt worden, so wäre dies das Ende der Serie gewesen. Und niemandem hätte es wehgetan.