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Agenten-Komödien sind ja so eine Sache. Seit Austin Powers darf jeder halbwegs talentierte Komiker zeigen, was für ein toller Kerl er wäre, wenn er nur eine Magnum in der Smokingtasche hätte. So lässt es sich natürlich auch nicht vermeiden, dass unter den ganzen Comedy-Bonds auch die eine oder andere Niete ist. Dabei schwangt "I Spy", seines Zeichens Remake-Verfilmung der 60er Serie "Tennis, Schläger & Kanonen", zwischen Niete und passabler Agenten-Komödie.

Waffenhändler Gundars (Malcolm McDowell) hat den Prototyp eines neuen US-Kampfjets geklaut. Auf einer Party in Budapest will er den Flieger an den Meistbietenden verhöckern. Dem US-Geheimdienst bleibt nur eine Wahl: Der arrogante Box-Weltmeister Kelly Robinson (Eddie Murphy), Gundars Ehrengast, soll mit CIA-Agent Scott (Owen Wilson) versuchen, den Coup zu verhindern.

In "I Spy" versteht es Eddie Murphy (Showtime) anfangs mit seiner arroganten Art dem Zuschauer mächtig auf die Eier zu gehen. Denn lustig ist er damit nicht, sondern vielmehr nervtötend. Glücklicherweise lässt sein Getue im Verlauf des Streifens nach und Eddie darf seine Action-Comedy-Tour routiniert abspulen. Gegen so eine Laberfresse wie Murphy hat ein Owen Wilson (Anaconda) natürlich keine Chance, weshalb er in den Actioneinlagen mehr punkten kann als in seinen komischen Szenen. Dass er lustig sein kann, dass weiß man. Aber nur mit gleichgesinnten Kollegen wie Ben Stiller oder Vince Vaughn kann Wilson harmonieren. So auch bei Murphy, wo man schon Schauspielkaliber wie Robert De Niro oder Nick Nolte benötigt, um Eddies Mundwerk in Schach zu halten. Malcolm McDowell (Moon 44) bleibt als Finsterling blass und unterbeschäftigt. Der weibliche Part wird von Famke Janssen (007 - Goldeneye) verkörpert, die als intrigante Bitch in Ordnung geht.

Die Story von "I Spy" hat wahrlich nix Neues zu bieten und könnte genausogut vom 007-Skizzenbrett stammen. Denn die Handlung dient nur als Aufhänger für eine Reihe von Gags, die ab und zu mal in die Hose gehen. Selbstverständlich können sich Scott und Kelly anfangs nicht riechen, um später die besten Freunde zu werden. Gewürzt wird das teilweise komische Geschehen von netten Actioneinlagen sowie einem Latino-Agenten mit Seagal-Zöpfchenfrisur. Die Action bleibt selbstverständlich jugendfrei, so dass die Gegner zwar erschossen werden, aber kein einziger Bluttropfen zu sehen ist. Gefallen hat mir hingegen die Verfolgungs-Sequenz, wo Scott und Kelly auf einem mit Autos beladenem Truck landen. Wirkt irgendwie wie eine Comedy-Version der Jagd aus "Bad Boys 2". Hingegen wirkt die Einführungsszene in Sibirien irgendwie billig, da man ihr ansieht, dass im Studio gefilmt wurde. Außerdem weckt die Szene Erinnerungen an "Fadenkreuz", wo Owen Wilson schon eine Fehlbesetzung war. Die Kanal-Szene, wo sich unseren beiden Helden ihre Gefühle gestehen wirkt irgendwie unnötig. Das hätte man auch anders machen können. Doch trotz vieler lahmer Gags kann der Film immerhin einigermaßen unterhalten und hat garnicht vor das Rad neu zu erfinden. Allerdings hat man auch schon bessere Agenten-Komödien gesehen.

Alles in allem reicht "I Spy" als blosse Unterhaltungs-Show. Mehr aber nicht. Einfache Unterhaltung für Jedermann eben und kein groß angelegter Comedy-Overkill im "Austin Powers"-Format.

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