Irgendwann sollte mal Schluß sein mit Movie-Spin-Offs von alten Erfolgsfernsehserien, der Gedanke kommt einem unwillkürlich bei Ansicht von „I Spy“, der modernisierten Fassung von „Tennisschläger und Kanonen“, mit welcher Robert Culp und Bill Cosby zu Ruhm und Ansehen kamen.
Notgedrungen mußten die Deutschen hier den US-Titel beibehalten, denn aus dem Tennisspieler ist nun ein Boxer geworden, der hier einem US-Agenten unter die Arme greift.
Und damit hat sich der Plot auch schon, gemäß ureigenster Buddy-Movie-Tradition.
Schwarzes Großteil hilft weißem Windhund bei der Suche nach einem geklauten Tarnkappenbomber. Sie zicken, sie zoffen, sie machen sich an und tricksen sich gegenseitig aus. Und als es hart auf hart kommt, da halten sie zusammen und retten sich gegenseitig den Arsch.
Das genügt kaum noch als B-Movie-Futter und ist um so einfallsloser anzusehen, wenn Eddie Murphy die schwarze Hauptrolle übernimmt. Der redet sich hier mal wieder um Kopf und Kragen, kann und will aber so gar nicht zu dem leisen, understatement verbreitenden Owen Wilson passen, der hier seinen Status als charmanter Underdog zementiert.
Immerhin, jeder spielt hier seinen Stiefel, Wilson die leisen Töne, Murphy haut auf die Kacke, Famke Janssen hat sich wieder mal die femme fatale abgegriffen und einzig und allein Gary Cole als Top-Agent Carlos zieht dermaßen vom Leder, daß es auch mal Spaß machen kann.
Garniert worden ist das alles mit einer unsäglichen Synchro, die nichts anderes macht als Klimmzüge an Rainer Brandts Tribünenloge, aber mit dem Arsch nie hoch kommt.
Ach ja, dann haben wir noch ein paar Gimmicks, einige Schießereien und Verfolgungsjagden und diverse Stunts, die von Regisseurin Betty Thomas einigermaßen solide umgesetzt wurden, aber jegliche Originalität missen lassen.
Nichts ist neu an „I Spy“ und ebenso wenig bleibt in Erinnerung am Tag danach, außer daß man das hysterische Gesabbel der Protagonisten als irgendwie störend empfand.
Popcornfutter für die Anspruchslosen. Bitte bei Konsum nicht sabbern! (4/10)