Review

Das Jahr 2002 war reichhaltig an CIA- und Agentenfilmen, doch neben Krachern wie „Die Bourne Identität“ nimmt sich der harmlose „I-Spy“ etwas schwachbrüstig aus.
Erneut darf ein Buddyduo zu Werke gehen, Hälfte Nummer eins davon bildet Geheimagent Alex Scott (Owen Wilson), der für die CIA arbeitet. Scott steht im Schatten des großen Agenten Carlos (Gary Cole), wird nur belächelt und kriegt stets das schlechtere Equipment. Das Ganze darf sich natürlich mal wieder als Parodie auf James Bond verstehen, funktioniert als solche, aber relativ ordentlich und hat auch mal den einen oder anderen Lacher parat.
Buddy Numero zwei ist der großmäulige Boxweltmeister Kelly Robinson (Eddie Murphy), der bald einen Fight in Budapest hat. „I-Spy“ basiert auf der im Original gleichnamigen TV-Serie, die bei uns „Tennis, Schläger und Kanonen“ hieß. Schon allein daran sieht man, dass „I-Spy“ die Sportart vollkommen wechselt und auch sonst so gut wie gar nichts mehr mit der alten Serie zu tun hat.

Alex soll bei seinem nächsten Auftrag den geklauten Prototyp des Tarnkappenbombers Switchblade wiederbeschaffen. Jedoch braucht er in Budapest eine Tarnung und soll als Mitglied von Kellys Team mitfliegen. Die beiden können sich aber nicht riechen...
Betty Thomas’ Agenteneinerlei wirkt als habe man ohne rechtes Drehbuch gefilmt, denn irgendeine brauchbare Storyline lässt die Chose vermissen. Stattdessen reiht man Actionszene an Blödelei, verlässt sich auf zigmal da gewesene Twists, die Zuschauer meilenweit erkennt (allenfalls das Finale, das derartige Überraschungen auf die Schippe nimmt, kann da noch halbwegs punkten). So will „I-Spy“ trotz ordentlich production values einfach nicht so recht packen, viele Blödeleien scheinen die dünne Story nur auf Spielfilmlänge strecken zu sollen.
Dabei ist der Humor mal mehr, mal weniger treffend. Die Käbbeleien der Buddys lassen öfters mal Häme oder echte Spitzen vermissen, nur wenige der Fiesheiten (z.B. Alex’ Zimmerbestellung in Budapest) sind wirklich gut. Die Bondparodien sind ganz nett, die Slapstickeinlagen Durchschnitt, aber gelegentlich schafft „I-Spy“ es ein paar wirklich witzige Situationen zu zaubern, z.B. wenn Alex und Kelly sich von Dämpfen benebelt verbrüdern oder Alex die ganze Zeit auf Mini-U-Boot-Einsätzen herumreitet.

Überraschend gut, aber leider sehr jugendfrei sind die Actionszenen ausgefallen. Es wird geballert und verfolgt, wobei die Autojagd in Budapest ein paar gute Stunts zu bieten hat. In den Schießereien wird ordentlich Munition verbraucht, Dynamik haben sie auch, aber der letzte Schliff fehlt den Ballereien noch. So bekommt der Zuschauer zwar schick gemachte Massenware geliefert, doch man merkt, dass Betty Thomas nicht allzu viel Erfahrung auf dem Actionterritorium hat.
Darstellerisch fordert auch „I-Spy“ von Owen Wilson und Eddie Murphy vor allem eines: Viel Geblödel. Doch die beiden geben ein gutes Duo ab, legen sicher keine Glanzleistungen hin, doch beweisen sich mal wieder als gute Comedians. Famke Janssen ist als dritte Geige hier leider nur in einer Standardrolle zu sehen, bemüht sich aber das Beste daraus zu machen, während Malcolm McDowell routiniert, aber auf Autopilot den Fiesling gibt.

„I-Spy“ ist weder herausragend, noch wirklich schlecht, sondern gutes Mittelmaß. Ordentlich inszeniert, mit einigen Schauwerten und netten Blödeleien, aber wirklich spektakuläre Actionszenen oder ein gutes Script hat er nicht zu bieten. Passabel, aber es gibt in dem Bereich wesentlich bessere Filme.

Details
Ähnliche Filme