Review

Die Brüder Toby und Tanner rauben Banken aus, um die Farm ihrer Familie für Tobys Söhne zu retten. Doch die Ranger Marcus Hamilton und Alberto Parker werden auf sie angesetzt.


Modernen Western stehe ich oft skeptisch gegenüber, denn meist funktionieren sie für mich nicht, weil sie eben nicht das nötige Western-Feeling transportieren können. Hell or High Water schafft das nicht zuletzt durch die beinahe klassische Grundstory aber durchaus.


Die eigentliche Geschichte ist letztlich relativ simpel, Bankräuber, Ranger, Finale, angereichert mit einer eher angedeuteten tragischen Familiengeschichte. Und die ist es dann, die zusammen mit den exzellenten Darstellern den Film über den Durchschnitt hebt. Der Grund für das Handeln der Brüder ist nicht neu, ähnliches sah man schon oft in Filmen, dennoch macht es immer wieder wütend und so liegen die Sympathien durchaus bei den beiden Jungs. Zumal Ben Foster, der es normalerweise mit Leichtigkeit schafft, Antipathien gegen seine meist aggressiven Figuren zu schüren, hier mit etwas mehr Zurückhaltung auftritt. Er wirkt schon immer wie ein Pulverfass, dass jederzeit explodieren kann, aber auch seine Motivation ist bis zu einem gewissen Punkt nachvollziehbar und sein Ende ist dann mehr brüderliches Opfer als die von ihm bekannte reine Wut.

Gil Birmingham und Jeff Bridges sind als Ranger souverän und bei den Späßen, die sie miteinander treiben, die definitiv mal unter die Gürtellinie gehen, merkt man deutlich, wie tief die Freundschaft zwischen den beiden ist. Große Klasse, bei der Chris Pine als Toby und geschiedener Vater auch durchaus mithalten kann.


Die Story entfaltet sich weitgehend ruhig und in gemächlichem Tempo, was dank der Darsteller kein größeres Problem ist, zumal die Kamera das staubige Texas mit seinen manchmal sehr skurrilen Figuren (Kellnerin) in mitunter schönen Bildern einfängt.

Leider entwickelt die Geschichte im Verlauf zu wenig Spannung. Die wird erst kurz vor Ende hochgeschraubt, wenn ein Ranger und einer der Brüder Aug in Aug gegenüberstehen und sich ein Duell andeutet. Da knistert es und funkt es und ist vorbei, Ende. Schade. Dieses spannungsreiche Knistern hätte es schon vorher gebraucht, dann wäre das ein richtig fesselnder Neo-Western geworden.


Gutes, aber langsames Western-Drama, großartig gespielt mit spitzen Dialogen. Sehenswert, nur einen Rewatch brauche trotzdem nicht, weswegen es nicht ganz 8⭐️ geworden sind.

PS: Der Country-Soundtrack ist auch großartig.



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