Ursprünglich sollte das Debüt des Regisseurs Michael Shumway ein reines Beziehungsdrama werden, bis ihm offenbar auffiel, dass die Geschichte mit dem doppeldeutigen Originaltitel „Alienate“ noch mit Außerirdischen angereichert werden könnte. Ob mit oder ohne – mit so einem Editing gewinnt man keine Filmfreunde.
David befindet sich gerade auf Geschäftsreise in Denver, als von unerklärlichen Flugzeugabstürzen die Rede ist. Kurz darauf entpuppen sich außerirdische Angreifer als Ursache, welche vermehrt Menschen attackieren und töten. David lässt nichts unversucht, um rasch zu seiner Ehefrau Amy zu gelangen, doch die Wahrscheinlichkeit, sie lebend anzutreffen schwindet von Minute zu Minute…
Ein paar Zeitsprünge sind nicht schlimm, sie können sogar Abwechslung verschaffen oder düstere Geheimnisse Schritt für Schritt entwirren, doch im vorliegenden Fall wird dermaßen häufig gesprungen, dass eine chronologische Zuordnung der Ereignisse fast nicht möglich ist.
So befindet sich David auf der Heimreise und gabelt eine Ärztin auf, kurz darauf sind Szenen einer vermeintlich glücklichen Beziehung zu sehen und es folgt, wie David bei einem Farmer nach Wasser fragt, noch bevor er die Ärztin aufgabelte. Im Kontext wirkt das so, als hätte Shumway diverse Szenen abgedreht und hinterher relativ willkürlich aneinandergereiht.
Auf diese Weise kann selbstverständlich keine Spannung aufkommen, zumal eine Bindung zum Geschehen erst gar nicht aufgebaut wird. Zu den Figuren im Übrigen auch nicht, da die Figurenzeichnungen oberflächlich bleiben. Es kriselt in der Ehe, es gab Fehltritte auf beiden Seiten, doch ob die beiden final zueinander finden, interessiert nach einer Weile kaum noch.
Und dann gibt es da noch die Bedrohung durch Extraterrestrische. Für einen Moment keimt diesbezüglich sogar ein wenig Hoffnung auf, als ein Helikopter relativ dicht neben einem Protagonisten abstürzt, denn der Effekt sieht unerwartet gut aus, doch spätestens als die Aliens zu sehen sind, welche sich als Statisten unter Gummianzügen entpuppen, ist der Ofen aus. Ein paar Lichteffekte per CGI reißen nichts, genauso wenig wie vorbeirasende Raumschiffe, welche passabel in Szene gesetzt sind.
Bei alledem wird natürlich nicht erklärt, mit welchen Absichten die Außerirdischen über die Menschen herfallen, warum einige Leute völlig apathisch sind und was es mit dem Trinkwasser auf sich hat. Schließlich sollte es ja nur ein Beziehungsdrama werden. Nun ist es ein filmtechnisches Drama.
Zu diesem gesellen sich die hölzern agierenden Mimen mit ebenso hölzernen Dialogen, der schwache Score und die austauschbare Kamera. Shumway erweist sich als ein Regisseur, dem das Gespür fürs Timing gänzlich fehlt, lediglich das Finale mit einigen Zeitlupenaufnahmen ist einigermaßen gelungen, was jedoch nicht den miesen Gesamteindruck beeinträchtigt.
2,5 von 10