Review

kurz angerissen*

Der Perversion ist offenbar noch nicht Genüge getan und so schwingt sich der seltsamste Superheld der Filmgeschichte zum zweiten Mal per Bondage-Seil durch Hochhausschluchten und lässt seine Schlüpfer gefährlich schlackern. Glücklicherweise herrscht dort oben noch wenig Verkehr, denn was würde Tante May sagen, wenn sie einen Blick nach oben wagt, um die Sonne zu genießen, nur um dort das herzensgute Gesicht ihres lieben Peter bei einer Netzschwingerkollision in den Weichteilen eines japanischen Nachahmers vorzufinden...

Sich immer noch ausschließlich auf „Spider-Man“ zu beziehen und nicht nur einzelne Szenen, sondern ganze Storybögen auszuborgen, lässt die Fortsetzung zur erfolgreichen Manga-Verfilmung „Hentai Kamen“ recht uninspiriert wirken. Kennt man den ersten Teil, so hat der zweite kaum Neues zu bieten; noch mehr Genitalien-Reiberei in Borat-Suit-Motion, noch mehr ausgefallene Super-Moves, noch mehr Exhibitionismus und Fetischismus eben. Eine Portion typisch japanischen Uplevelns, um auf die nächste WTF-Stufe zu gelangen, hätte gut getan; dazu verlässt sich das Skript aber zu sehr auf die Marvel-Dramaturgie, so dass selbst der Besuch bei einem Meister der Perversion nur zu einem mäßigen Aha-Effekt führt.

Zwar müht sich die Grundidee (ein Staubsauger-Bösewicht saugt alle Höschen Japans ein und beraubt Hentai Kamen somit seiner Superkräfte) intensiv um eine absurde Ausgangskonstellation, doch wird diese nur bedingt genutzt. Die gewöhnungsbedürftige Darstellung des Endgegners mit einer gefühlten Mischung aus CGI und Stop-Motion genießt höhere Priorität und führt zu einem generischen Endergebnis, das nur dann seine Wirkung entfalten kann, wenn man das Original ausgelassen hat.

*weitere Informationen: siehe Profil

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