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Während die meisten dreispurigen Autobahnen in Deutschland überwiegend Stress verursachen, scheint es in Spanien und Frankreich eher entspannt zuzugehen. Kuriere kommen schnell durch, wenn es nicht gerade zu Komplikationen kommt, wie Regisseur Frédéric Schoendoerffer mit seinem französischen Roadmovie veranschaulicht.

Mit vier schnellen Wagen, einer Menge Haschisch und sieben Männern geht es von Malaga, Spanien in einen Vorort von Paris. Doch bei einer Polizeikontrolle kommt es zum Schusswechsel, einer der Kuriere stirbt, kurz darauf wird eine Touristin als Geisel genommen.
Doch nicht nur die Polizei sitzt den Fahrern im Nacken…

Allzu actionlastig darf man sich das Treiben nicht vorstellen, denn als es nach einer Viertelstunde zur besagten Polizeikontrolle kommt, folgt bis zum Showdown kaum etwas, das Rasanz oder erhöhte Spannung erzeugt. Die Figurenzeichnungen gehen noch in Ordnung, doch einige Dialoge während der Fahrt hätte man sich in Sachen Oberflächlichkeit schenken können, zumal den meisten Gesprächen die notwendige Coolness fehlt.
Immerhin performen sämtliche Mimen recht authentisch, keiner ist drüber, zudem ist die Besetzung absolut treffend.

Was Schoendoerffer jedoch recht früh vergeigt, ist der überstrapazierte Einsatz von goldfarbenen Sepiafiltern, was erst bei entsprechenden Nachtaufnahmen eingestellt wird.
Demgegenüber liefert die Kamera stets dynamische Aufnahmen der Fahrzeuge auf der Autobahn, seltener auf Landstraßen. Man hat stets das Gefühl, mit den Protagonisten unterwegs zu sein, wodurch etwa ab Mitte der Laufzeit ein wenig Atmosphäre geschürt wird.

Obgleich relativ viel Bewegung im Spiel ist, ereignet sich insgesamt zu wenig. Nach der ersten Kontrolle und folgerichtigen Problemen wird die Gruppe kaum noch von Außenstehenden bedrängt, es mangelt an Konfrontationen, allenfalls gehen sich Fahrer und Beifahrer gegenseitig auf den Sack.
Erst gegen Ende gerät das Unterfangen vollends außer Kontrolle, es schwingt ein wenig Zynismus mit und auch die Gewalteinlagen in Form blutiger Einschüsse wissen zu überzeugen.

Die Grundkonstellation ist nicht uninteressant, in seinen besseren Momenten erinnert der Stoff an frühe Werke von Tarantino, doch anderweitig macht er zu wenig aus der tauglichen Prämisse und steigert die Spannung erst im letzten Drittel, während einige unnötige Gespräche immer mal wieder leichten Leerlauf erzeugen.
Unterhält passabel, wirkt im Gesamtbild jedoch nicht sonderlich ausgereift.
5,5 von 10

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