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Eine grandiose Kulisse und Emilia Clarke in der Hauptrolle sind schon mal zwei wesentliche Komponenten für einen potenziell gelungenen Mysteryfilm, doch damit enden bereits die Vorzüge des Langfilmdebüts von Eric D. Howell.

Toskana in den 50ern: Kindermädchen Verena (Emilia Clarke) soll den Jungen Jakob betreuen, welcher seit dem Tod seiner Mutter kein Wort mehr spricht. Vater Klaus (Marton Csokas) hat sich ebenfalls in den weitläufigen Räumen des Anwesens zurückgezogen. Während Verena versucht den Jungen zu erreichen, lauscht dieser an den alten Wänden des Hauses, da er glaubt, hier die Stimme seiner Mutter zu vernehmen…

Emilia Clarke sollte häufiger mit fast keinem Make-up und zusammen gebundenen Haaren auftreten, denn der Style betont wunderbar ihr Gesicht und sie macht sich als anfangs recht schüchternes Kindermädchen großartig. Auch die Atmosphäre im nebelverhangenen Gelände wirkt sich positiv auf die Grundstimmung aus, es entsteht ein gewisses Gothic Flair, untermalt von langen Kameraeinstellungen und zurückhaltender musikalischer Untermalung.

Doch nach relativ langer Einführung der Figurenkonstellation bleiben ereignisreiche Momente schlicht aus. Vorgänge wiederholen sich, es gibt keine spannenden Einlagen und Paranormales ist ebenfalls nicht vorzufinden. Von Gewalteinlagen ganz zu schweigen, denn eine FSK12 für einen Streifen, der minimal mit Horrorelementen spielt ist eher selten.

Und so zieht sich das Ganze, während alles auf ein Psychogramm der Hauptfigur hinausläuft. Clarke performt zwar grundsolide, doch in einigen Szenen übertreibt sie es ein wenig mit den beherzten und emotionalen Gesichtsausdrücken, was ein wenig auf den Twist, wenn man es denn so bezeichnen will, hindeutet. Die kleine Wendung vor der eigentlichen Pointe kommt da schon etwas überraschender.

Mal abgesehen von zwei Nackteinlagen mangelt es komplett an Schauwerten, allerdings benötigt die Erzählung auch keine Computereffekte, da eben gar keine bemüht werden müssen. Entgegen aller zeitgenössischen Sehgewohnheiten zu arbeiten ist prinzipiell erfrischend, doch hier mangelt es an Substanz, Szenen zum Mitfiebern und Abwechslungsreichtum. Optisch ansprechend, erzählerisch fade.
4,5 von 10

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