Review

Ansichtssache


James Caan als kauziger, verbitterter, alter Nachbar, dem zwei Jugendliche in einem ziemlich perfiden Experiment einen groß angelegten Streich spielen wollen und seine Wohnung derart verwanzen und vorbereiten, dass die perfekte Illusion einer gespenstigen Präsenz vorgespielt wird. Von klappernden Türen bis zu sinkender Temperatur. Doch dieser Einbruch in die Privatsphäre artet noch mit ganz anderen Konsequenzen aus...

„The Good Neughbor“ erinnert natürlich ein wenig an „Disturbia“ oder auch „Summer of 84“, doch allein durch den Coup James Caan hebt sich der umgekehrte Home Invasion-Thriller und verzwickte Haunted House-Twist von der Masse ab. Und die Legende liefert auch ab. Er lässt seine zwei jungen Widersacher und Kollegen ganz alt aussehen und ist klar der größte Pluspunkt im Film. Der absehbare Twist ist recht emotional und kann nachhallen, zumindest hatte ich kurz das Gefühl. Was sich dann als Trugschluss herausstellte, da der teilweise Found Footage-artige Nicht-ganz-Horror dann doch nicht viel länger im Kopf blieb, als er musste. Ein netter Kommentar zur alten Regel „Wer suchet, der findet“ und dann unterschwellig sogar noch zum Egoismus und der Famegeilheit der aktuellen Generation ist „The Good Neighbor“ dennoch. Leider ist er kaum spannend, da man schnell raus hat, wie der Hase läuft und wem hier übel mitgespielt wird. Die Seiten muss man also kaum wechseln und Überraschungen bleiben aus, Gedankengänge werden nur gefestigt. Unterhaltsame, sogar ziemlich böse und traurige Geschichte mit zu wenig „Thrill“ für dieses Genre. 

Fazit: vielschichtiger und im Endeffekt doch simpler Thrillermix aus „Rear Window“ und „Don't Breathe“ mit einem starken Caan. Fesselt aber bleibt nur überraschend kurz im Gedächtnis. Trotz emotionaler Kernbotschaft. 

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