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Es ist das vierte Erwachen der Tornadohaie durch Regisseur Anthony C. Ferrante, der mal wieder alle Register des Absurden zieht. Dank der Masse an kunterbunter Action und dämlichen Einfällen wird gut kaschiert, dass der eigentlichen Grundidee mittlerweile nichts mehr hinzuzufügen ist.

Fin (Ian Ziering) und seine Familie wollen sich ein entspanntes Wochenende in Las Vegas gönnen, denn Sharknados gibt es Dank einer neuartigen Technologie seit fünf Jahren nicht mehr. Doch direkt am ersten Abend zieht ein Tornado auf und setzt damit eine Kette unbarmherziger Kapriolen in Gang…

…denn es bleibt nicht bei Sharknados, hinzu kommen Cownado, Firenado, Lavanado und Nukenado. Heißt: Bestimmte Elemente in den Rechner eingespeist und mit einer Windhose kräftig vermengt, wobei die fliegenden Kühe noch recht drollig daherkommen, die Mixturen aus Lava und Nuklearteilchen indes einfallslos aussehen.

Die Geschichte setzt derweil auf Helden und ihr beherztes Eingreifen in zahlreichen prekären Situationen. Einige Male riskiert Fin sein Leben, manche lassen selbiges aus Nachlässigkeit, da Nachfragen oder Zögern grundlegend mit einem Haiangriff quittiert wird.
Abgerundet wird das schillernde Treiben auf CGI-Basis durch Gastauftritte von Leuten wie David Faustino, Steve Guttenberg und Lloyd Kaufman, während David Hasselhoff, Gary Busey und Tara Reid etwas mehr Screentime erhalten.

Bemerkenswerte Schauwerte sind natürlich nicht zu erwarten, obgleich es nahezu mitreißend gefilmt ist, wenn sich Leute beim Tornado an Requisiten klammern oder sich problemlos in Holzfässern halten, während ein paar Meter weiter ein Geländewagen hochgewirbelt wird.
Die Haie kommen ein wenig wie Gummitiere fürs Planschbecken daher, töten in nahezu jeder Situation vorhersehbar, wirken jedoch nicht zu plump wie die mit Superkräften ausgestattete Tara Reid, die im letzten Drittel nur noch comichaft in Szene gesetzt wird.

Anspielungen auf „Baywatch“, „Christine“, „Texas Kettensägenmassaker“ oder Star Wars“ wirken leider arg bemüht, manche Situationskomik will nicht so recht zünden und lediglich dem irrsinnig hohem Erzähltempo mit ebenso viel Action ist es zu verdanken, dass Trashfans wie gewohnt auf ihre Kosten kommen.

Dass die Luft dennoch ein wenig raus ist, manifestiert sich demgegenüber an ausbleibenden Überraschungen, schwachen Figurenzeichnungen, mangelndem Augenzwinkern und einer insgesamt schwachen Dramaturgie.
Er wird es wohl nicht tun, doch im fünften Teil sollte Ferrante etwas mehr als einen Gang herunterschalten und, es mag in diesem Zusammenhang paradox klingen, ein wenig mehr Bodenhaftung bewahren.
Knapp
5 von 10

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