Review

kurz angerissen*

Zugegeben, im letzten Drittel zündet Adam Wingard endlich die Lunte an und besiegt für einen kurzen Moment die Statik des ausgelutschten Found-Footage-Prinzips. Der inzwischen im Regen liegende Wald lässt sein Grün wie eine Signalfarbe leuchten und eine alte Steinhütte wird zum einzigen Ausweg. Ab hier greift die Desorientierung, die Kamera greift den begrenzten Raum geschickt und lässt ihn wie ein endloses Labyrinth erscheinen. Immer von der Panik der Darsteller angetrieben, peitscht Wingard seine Fortsetzung zur Mutter des Found Footage auf das unvermeidliche Finale hinzu.

In den Phasen davor allerdings hätte man von diesem Regisseur mehr erwartet als die Rucksacktour von ein paar Studenten auf Irrwegen, wie man sie vom Original und diversen Artverwandten längst in allen Varianten durchexerziert bekam. Es reicht nicht, eine Drohne als Nachweis für das Jahr 2016 ins Bild zu halten, wenn man ansonsten brav in den ausgetretenen Pfaden läuft. Visuell lässt sich durch die Machart begründet ohnehin nicht viel mehr aus dem Material holen. Vielleicht war das Projekt aber ohnehin von Beginn an zum Scheitern verurteilt. Schwer vorzustellen, dass sich beispielsweise Ti West auf eine solche Verfilmung eingelassen hätte, in dessen Schatten Wingard somit stecken bleibt.

*weitere Informationen: siehe Profil

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