Seit Hollywood Filme zu Videospielen produziert hat, anstatt andersherum vorzugehen, ging das qualitativ in die Hose, monetär war es dennoch ein Volltreffer, so auch mit „Streetfighter“, einem „Beat’em-Up“-Game, das nun nicht gerade dafür bekannt oder berüchtigt ist, überhaupt einen richtigen Plot zu haben.
In der ersten großen Welle parallel zum relativ aufwendigen, aber langweiligen „Mortal Kombat“ produziert, nimmt „Streetfighter“ die Abfahrt zum leicht schrägen Humor samt beabsichtigter Aufgeblasenheit.
Aus den dauernden Zweikämpfen ist nämlich ein politischer Konflikt in einem südostasiatischen Land geworden, wo der finstre General Bison das Kommando führt, welcher von dem wacker-aufrechten Colonel Guile (sprich: GEIL) aufgehalten werden soll. Während er selbst erfolglos seinen Tod inszeniert und mit der Bürokratie der Politiker kämpft, werden noch zwei Kleinganoven entsendet, die das Imperium von innen zu Fall bringen sollen, während eine Journalistin mitsamt ihrer Techniker auf private Rache aus ist.
Kein Wunder also, wenn sich die Guten hier meistens selbst behindern – allerdings ist das auch nötig, denn die Bösen sind an sich ziemliche Deppen, die nebenbei noch einen Gefangenen zum Supersoldaten aufrüsten wollen.
Der Film ist dermaßen vollgeproppt mit Plotelementen, die eigentlich nirgendwo hin führen, daß man schon einen sehr kindlichen Geschmack haben muß, um dem aufgesetzt-albenen Geschehen einen Unterhaltungsfaktor abzugewinnen.
Zwar hat man sich bei den Originalcharakteren aus dem Spiel bedient, aber die kämpfen jetzt nicht unbedingt auf derselben Seiten und haben auch nicht unbedingt die selben Eigenarten, das war wohl nicht nötig, um überhaupt eine Story zu konstruieren.
Was der Zuschauer bekommt, ist dann Chargieren auf höchstem Niveau.
Am Besten kommt noch Raul Julia in seinem letzten Film weg, der den satanischen Bison wenigstens mit einem Hauch von Klasse und finsterem Funkeln in den Augen spielt und ständig die besten Einzeiler abfegt. Dagegen arbeitet Jean Claude Van Damme, der die militärischen Durchhalte- und Racheschwüre so übertrieben abliefert, als hielte er das wirklich für Comedy. An Seite (oder unter seiner Achsel) steht Kylie Minogue, die sich auch ein paar Moves hat beibringen lassen, aber sonst nur seine Befehle wiederholen darf, während der Rest der Darstellerschar (abgesehen von Ming Na als rachedurstige Reporterin) nur In-Jokes abliefert.
Die vielen Handlungsstränge laufen dann auch ständig ins Leere oder schlagen sich gegenseitig tot, die Story um den Monstersoldaten Carlos Blanca ist sogar total sinnlos, denn der wird schon während der Konditionierung halb auf gut gepolt, so daß er am Ende wenig mehr tun darf, als ein paar Böse hulk-like in die Konsolen zu schubsen und eine Tür aufzuhalten.
Viel schwerer wiegt aber noch, daß das Wesen des Spiels total verloren geht.
In 102 Minuten wird so wenig und dann so unspektakulär gefightet, als hätte Stephen Souza vergessen, worum es den Fans überhaupt geht. Gerade mal am Ende kreuzt man ein wenig die Fäuste und dann springen die Bösen meistens auch alle schon ab oder laufen rüber, während Bison an Schnüren hängend und mit Raketenschuhen versehen ständig JCVD umwerfen darf, während alles um sie rum kracht und zischt.
Bis dahin gabs dann mehr Schieße- und Fahrereien, allen voran eine Flußfahrt mit einem gepanzerten Schnellboot, die geradezu berauschend unaufregend ist.
So wurde aus „Streetfighter“ maximal ein albernes und übertriebenes Kinderfilmchen, daß aufgrund des grimmigen Themas aber auch nicht recht paßt, die nötige Härte überall vermissen läßt und uns stattdessen mit einem Panoptikum von „gewollt lustigen“ Sidekicks zurück läßt.
Überwiegend doof und heiter, da hilft auch der Einsatz von „Good Morning Vietnam“-Original Stimme Adrian Cronauer als Radio-DJ nichts, der sich hier ein paarmal selbst parodieren kann. (2/10)