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Ist es schlimmer, dass die Verfilmung des gleichnamigen Videospiels von Capcom vergeigt wurde, oder dass es Steven E. de Souza (Drehbuchautor Stirb Langsam, Nur 48 Stunden) war, der es vergeigt hat ? Um auch das jüngere Publikum anzusprechen, musste ein PG-13 Rating erreicht werden, schon mal der erste Rückschlag für Actionfans. Darüber hinaus verpflichtete man viele Darsteller, die von Kampfsport nicht die Bohne verstehen, daher wirken viele Kämpfe extrem hölzern. Desweiteren ist "Streetfighter - Die entscheidende Schlacht" zu kindgerecht gestaltet und fiel dementsprechend bei den Fans und Kritikern gnadenlos durch. Im Kino war der Film trotzdem ein Erfolg, da die Fans des Videospiels auch wirklich alle in die Lichtspielhäuser drängten. Für Hauptdarsteller Jean-Claude Van Damme (Sudenn Death, Timecop) allerdings ein herber Rückschlag, er wird auf dem Höhepunkt seiner Karriere einfach verheizt, doch die hohe Gage lockte den Belgier.

In Shadaloo City liefern sich der machtgierige General M. Bison (Raul Julia) und AN-Colonel William Guile (Jean-Claude Van Damme) eine wahre Schlacht. Jetzt hat Bison einige Zivilisten entführt und droht diese in drei Tagen zu exekutieren, sollte man ihm bis dahin nicht 20 Milliarden Dollar überwiesen haben. Doch Guile gelingt es die zwei Kumpel Ryu Hoshi (Byron Man) und Ken Masters (Damian Chapa) in die Organsation des Waffenhändlers Victor Sagat (Wes Studi) einzuschleußen. Sagat kennt nämlich das Versteck von Bison und führt Guile somit direkt dorthin. Doch die Reporterin Chun-Li Zang (Ming-Na) hat noch eine Rechnung mit Bison offen und droht den ganzen Plan zu vereiteln.

Man kann Steven E. de Souza höchstens zu Gute, dass er so gut wie alle Charaktere in dieser zu bunt geratenen Verfilmung unterbrachte. Nur Dhalsim (Roshan Seth) uns als Wissenschaftler zu verkaufen ist eine totale Schlappe. Ansonsten hat man die richtigen Gesichter gefunden. Doch selbst das ungeübte Auge sieht sofort, dass Vielen davon der Kampfsport völlig fremd ist. So liegt es nicht nur an den Choreographien und dem PG-13 Rating, dass einige Fights sehr lahm aussehen. Alle Darsteller mussten einige Trainingseinheiten absolvieren, viel genutzt hat es nicht. So könnte es an Jean-Claude Van Damme liegen, den Karren aus dem Dreck zu ziehen, doch der darf zweimal ganz kurz zulangen und sich einen zu übertrieben Endkampf mit Bison liefern, ansonsten hat er kaum etwas zu tun. Auch Byron Mann (Belly of the Beast, Crying Freeman) kommt mit seinen Kampfkünsten zu kurz, hat aber mehr Fights zu bestehen als Van Damme. Die restliche Riege hängt an Drahtseilen und spektakuläre Moves sind ein Fremdwort, Popsternchen Kylie Minogue als Cammy ist richtig schlecht. Einem guten Schauspieler wie Raul Julia (Addams Family, Roger Cormans Frankenstein) lässt man keine Chance, denn Bisons übertriebene Art ist einfach nur lächerlich. Die absolute Krönung, wenn er später mit Hilfe von Magnetstrahlen durch die Luft fliegt wie Clark Kent und sogar noch Strahlen aus seinen Armen abschießen kann. Der absolute Tiefpunkt des Films, lächerlich obendrein, obwohl der erste Teil des Endkampfes zwischen Guile und Bison gar nicht mal schlecht ist.

Es dürfte wirklich Jedem klar gewesen sein, dass die Story ein kleines Nichts ist, doch der Zuschauer freute sich auf Zweikämpfe in Massen und auch da enttäuscht Souza. Vor dem Finale gibt es einige Keilereien, die aber sehr kurz ausfallen und nicht vom Hocker reißen. Erst das lange Finale sorgt für richtig Action. Dort gibt es dann ordentlich auf die Moppe, aber auch hier sind die Kämpfe größtenteils von kurzer Dauer. Die Shootouts sind solide, doch die Fahrt mit dem Stealthboot über den verminten Fluss ist lächerlich. Dann wäre da noch die Geschichte mit Carlos Blanka (Robert Mammone) der mittels grässlicher Fernsehbilder und farbigen Gensäften in ein Monster verwandelt wird. Diesen Handlungsstrang hätte man weglassen können.

Da hier wirklich viele Charaktere mitmischen, sollte man keine Hintergrundinformationen erwarten. Chun Li will sich an Bison für den Tod ihres Vater rächen, was ja noch einigermaßen verständlich ist, doch Guiles Motiv ist lächerlich. Die restlichen Figuren sind nur Kanonenfutter und ganz besonders Zangief (Andrew Bryniarski) hat es böse erwischt. Hinzu kommt der patriotische Score von Graeme Revell und eine zu kindgrechte Kulisse. Dieses bunte Plastikdesign wirkt einfach nur billig und Shadaloo City scheint nur aus dem AN-Hauptquartier und ein paar Blechhütten zu bestehen. Immerhin hatten die Pyrotechniker ihren Spass, diese grausamen Sets dem Erdboden gleichzumachen.

Alle über 12 Jahre sollten sich diesen bunten Quatsch sparen. Die Qualität der Fights schwankt zu sehr und Van Damme kommt kaum zum Zug. Immerhin sind die Actionszenen in zahlreicher Menge vorhanden, so dass dieser trashige Film einen gewissen Unterhaltungswert beherbergt. Selbst der Fan des Videospiels dürfte eine gewisse Wut im Bauch haben. Einfach maßlos übertrieben, völlig ideenlos und zu kindgerecht in Szene gesetzt.

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