Warum nicht einfach mal ausschließlich Frauen in den Mittelpunkt eines Kampfsportfilms rücken, denn schließlich gibt es genügend Damen, die das auch wirklich beherrschen.
So lassen zwar Miesha Tate, Cris Cyborg und Holly Holm Fäuste und Beine spielen, dennoch kommt die Chose reichlich ungelenk daher.
Camden in New Jersey: Als Tori bei einem illegalen Straßenkampf getötet wird, reist ihre Schwester Windsor an, um ihren Mörder zu finden. In der von Frauengangs dominierten Stadt stößt sie auf eine Mauer des Schweigens, bis ihr Kampfsportlerin Jabs Trainingseinheiten anbietet…
Angeblich soll der Streifen 27 Millionen Dollar verschlungen haben, er schaut allerdings nach drei Nullen weniger aus. Außerhalb der Fights, von denen es im Mittelteil gar keine gibt, breitet sich Amateurniveau aus. Das liegt einerseits an den unfähigen Mimen, von denen nicht einer überzeugen kann, da die Mimik oftmals unangemessen ist oder komplett drüber performt wird und andererseits an den unrealistischen Dialogen, die zuweilen überhaupt keinen Sinn ergeben.
Eine Sympathieträgerin ergibt sich nicht, denn die meisten Damen treten grundlegend aggressiv auf und pöbeln direkt drauf los, wobei Wortgefechte gerne mal Nasenspitze an Nasenspitze ausgetragen werden, vielleicht, um Mundgeruch zu verbreiten oder einen Tinnitus auszulösen. Die Herren trainieren lediglich in der Muckibude oder planen die illegalen Kämpfe, ansonsten spielen sie rein gar keine Rolle, wodurch sich automatisch gleichgeschlechtliche Bindungen unter den Damen ergeben, denn entweder man hasst sich oder steigt zusammen in die Kiste.
Richtig doof fallen schließlich auch die Trainingseinheiten aus, zumal es wenig Sinn macht, eine Person, die sich noch nie geprügelt hat, binnen weniger Tage auf einen Straßenkampf vorzubereiten. Da hilft auch kein Schleppen von Säcken oder Ziehen von Autos mehr.
Die Fights kommen insgesamt deutlich zu kurz, wobei die Choreo nur bedingt überzeugt. Man sieht halt deutlich, wer die Profis sind und wer nicht wirklich etwas mit Kampfsport zu tun hat, was sich folgerichtig bei einigen Moves äußert. Der Endkampf gerät ferner viel zu kurz, ist in sich jedoch ordentlich in Szene gesetzt.
Insgesamt gibt es zu wenig Action und zuviel Gelaber, zu wenig Spannung und zu viele schlechte Mimen, überwiegend lahme Schauplätze und einen Score, der zwischen Heavy Metal, Rap und klassisch angelegter Musikuntermalung nicht weiß wo er hin will.
Phasenweise fällt der Blödsinn noch einigermaßen unterhaltsam aus, weil die Unfähigkeit sämtlicher Beteiligter ein ums andere Mal staunen lässt, empfehlen kann man „Fight Valley“ jedoch keinem.
3,5 von 10