Ich liebe die Filme von Dieter Hallervorden, ich liebe die Serien von Dieter Hallervorden, eigentlich kann ich von Dieter Hallervorden den Hals nicht voll genug bekommen. Sicher geht es nicht nur mir alleine so, Gott sei Dank. Daher Danke an das kleine (Fan-)Label “Turbine Medien” die in schöner Regelmäßigkeit seine filmischen Ergüsse der breiten Masse publik machen. Wer weiß was passiert wäre hätte sich das Medium DVD nicht durchgesetzt - dann hätte ich sicher eine der besten Serien verpasst die je in Deutschland gedreht wurden. Denn: bis zur Veröffentlichung der klasse Boxen kannte “Nonstop Nonsens” nicht - wahrlich eine Schande…
…denn Kult kann man auch mit “Nonstop Nonsens” definieren, die Serie zelebrieren und in seinem eigenen Heim gastieren um völlig euphorisch solche Texte wie diesen zu tippen. Entschuldigung, der schiere Wahnsinn. Dabei dachte ich das so etwas wie “Welle Wahnsinn” nicht zu übertrumpfen sei. Doch das gelingt Dieter Hallervorden mühelos. Doch was macht die Serie so einzigartig? Es ist der typische Hallervorden Humor der hier in einem Tempo aufgetischt wird - so abwechselungsreich, so wegweisend, so banal und doch so erfrischend neu. Denn damals gab es noch nicht die Welle von Raab und Co. die sich mit billigen Zoten und Preisgeben von Lächerlichkeit anderer ihre Quoten hoch kapitulierten.
Hallervorden ist der Trottel - immer. Er ist Zielscheibe des Spotts und seiner Sketche, immer Hauptprotagonist, immer der “Verlierer”. Aber ein charmanter, ein Mann des Volkes. Das war er damals auch im TV, einzigartige Unterhaltung; heutzutage vielleicht etwas angestaubt, aber immer noch sehenswert. Seine einzigartige Gesichtsakrobatik, die markanten “Öh Öh Öh” Laute - Dieter Hallervorden schaffte es sich in die Herzen von Millionen Zuschauern einzubrennen; eine brennende Liebe die für die Ewigkeit ist. Unvergessen: “die Kuh Elsa”, “Palim Palim - eine Flasche Pommes” um nur einen Bruchteil der bekanntesten Sketche zu erwähnen.
Bei “Nonstop Nonsens” sind sie jedoch “nur” Beiwerk von Geschichten, Geschichten in denen “Didi” (so der berühmte Name Hallervordens in der Reihe der den “Herrn Slap” aus den ersten beiden Folgen ablöste) als Hauptakteur in irrsinnig verschiedene Rollen schlüpft. Sei es als Torwart, Ritter, Kreuzfahrer, Gigolo - immer abwechselungsreich geht es zu. Und das in einem Tempo wie gesagt - mein lieber Scholli! Wortwörtlich, denn diese “Kurzfilme” laufen in höherer Geschwindigkeit (eine Art Zeitraffer) ab um so die slapstickartigen Situationen noch zu verfeinern. Diese Eigenart machte Hallervorden selbst im Abspann noch zu einem Witz: dieser wird schnell abgespult um noch einen “kostenlosen gespielten Witz” nachzuschieben.
Die Sketche werden meist vom “Quattro Infernale” - Dieter Hallervorden, seiner ehemaligen Frau Rotraud Schindler, Gerhard Wollner und der unvergleichliche Zwerg Kurt Schmidtchen gespielt; ein Gespann das sich sehen lassen kann. Diese vier jedenfalls dominieren im S/M Spiel der Heiterkeit mit dem Zuschauer. Auch damalige Bekannte wie Herbert Fux (das Narbengesicht aus “Hexen bis aufs Blut gequält”) haben ihren Auftritt. Darstellertechnisch jedenfalls allererste Sahne; Hallervorden steht zwar IMMER im Mittelpunkt, aber wirklich ALLEN wird gerecht.
Und da ich einer von vielen bin - bin ich einer von ALLEN. Und mir wird “Didi” mehr als gerecht. Hut ab Herr Hallervorden, SIE sind in meinen Augen einer der ganz großen. Und die sind zeitlos, die sind KULT. Danke.