Review

Gesamtbesprechung

Als am 29.März 1975 die erste Folge von "Nonstop Nonsens" über den Äther ging (verantwortlich dafür war die ARD) war es nicht abzusehen, dass damit der Grundstein für eine der erfolgreichsten Comedy-Shows der 1970er Jahre in Deutschland gelegt worden war. Aber für mich damaligen Grundschuljungen stand schon bald fest, dass ich meine Eltern "nerven" musste, damit wir zur besten Sendezeit am Dienstagabend Didi Hallervorden uns anschauen konnten. Mit Zähneknirschen (gingen doch die Folgen bis 21 Uhr) gaben meine Eltern schließlich die Erlaubnis, so dass bald schon ein fester Fernsehabend daraus wurde, wenn "Nonstop Nonsens" im Fernsehprogramm (bei uns lag immer eine "Hörzu" herum) angekündigt worden war.

Die Folgen hatten in der Regel ein festes Schema. Nach einer Einleitung, die Hallervorden vor einem Studiopublikum sprach, setzte er sich zu den Zuschauern und auf einer imaginären Kinoleinwand begann eine Fortsetzungsgeschichte (z.B. die wunderbare Geschichte "Didis erster Winterurlaub") - diese bestand meist aus vier bis fünf Teilen, die von weiteren davon unabhängigen Sketchen unterbrochen wurde. Am Ende verabschiedete sich der Komiker von seinem Publikum, um nach dem Abspann vor den Zuschauern einen gespielten Witz zu präsentieren - den wir Schulkinder oft am nächsten Tag auf dem Schulhof nachspielten.

Die Reihe kongenialer Sketche, die in dieser Sendereihe kreiert wurden, ist lang, daher nur eine Auswahl, ohne damit ein Ranking abzugeben:
- "Palim Palim, ich hätte gerne eine Flasche Pommes Frites"
- "Kennen Sie den Mittelteil von Doktor Shiwago?"
- "Hach, ist das aufregend..."
- "Pech für die Kuh Elsa"
- "Wo ist denn der Herr Bamberger?"
- "Der Fahrradfahrer: Kuck mal ohne..."
- "Doof bleibt doof, da helfen keine Pillen!"

Auch heute zünden die Witze meist noch (meine Kinder haben mit mir und meiner Frau
begeistert die Blu-Ray-Disc mit allen Folgen  geguckt), aber dennoch sind einige Sketche dabei, die mit ihrem Brachialhumor oder dem Ausloten von Grenzen (z.B. die "Nachrichten für Gastarbeiter") schon damals eher unwitzig waren. Zum Glück jagt hier ein Kalauer den nächsten, sodass man den einen oder anderen Hänger schon bald vergessen hat.

Didi Hallervorden schlüpft hier in unglaublich viele Rollen und schafft es immer wieder die komischten Momente aus den recht kurzen Geschichten herauszuarbeiten. Hut ab, vor all den zum Teil waghalsigen Slapstickmomenten, die zeigen, dass dieser Komiker auch in der Stummfilmzeit sein Publikum gefunden hätte. Zwar ist die ganze Sendereihe auf Dieter Hallervorden ausgerichtet, er bekommt aber grandiose Unterstützung von seiner damaligen Frau Rotraud Schindler, Kurt Schmidtchen und Gerhard Wollner, die in den meisten Sketchen an seiner Seite zu sehen sind.

Man soll keine Lachgarantie abgeben (es gibt besimmt Menschen, die diesen Humor peinlich finden), aber 90% der Zuschauer werden sich sicherlich auch heute noch königlich amüsieren. Die Kompletterie auf Blu-Ray ist trotz Bildes in DVD-Qualität auf alle Fälle eine Kaufempfehlung wert...

...und jetzt hätte ich auch gerne eine Flasche Pommes Frittes!

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