Inhalt:
China, vor Jahrhunderten. Lord Lei Chi Fung (Ma Kei) feiert seinen Geburtstag mit einem großen Fest.
Er, der einst die "Killerbienen"-Bande fast vernichtete, und aus Großmut ein paar Kinder dieses verbrecherischen Clans verschonte.
Dieser Edelmut kommt ihm nun teuer zu stehen. Seine Familie wird nun, 15 Jahre danach, von den Hinterbliebenen von einst, ausgelöscht, auch er und seine Frau (Chiang Ching-Hsia) kommen ums Leben.
Einzig Überlebender ist sein Sohn, Chang Lei (Jackie Chan). Chang ist verlobt mit der schönen Chin Chin (Yu Ling-Lung), die zudem von ihm schwanger ist.
Oberhaupt der "Killerbienen" ist Liang Ting (Hsu Feng), die Chang nicht besiegen kann. Doch auch Chang verschont Liang.
Liang schwört aber Chang, dass sein Leben qualvoll sein wird. Er soll leiden, so wie sie litt, dass sein Vater ihren Clan fast auslöschte.
Chin Chin, von Chang verstoßen, wird von Chun (San Yat-Lung), einem Blutsbruder Chang´s, vor Banditen gerettet, und steht unter seiner Obhut.
Chang indes schließt sich der "Drachen-Eskorte" und deren Boss (George Wang) an, die Gold-Transporte durchführt.
Die Drachen wurden um viel Gold bestohlen, dass sie für den Gouverneur der Provinz zu transportieren hatten. In Verdacht haben die Drachen ausgerechnet Chun.
Chang will die Feinde der Drachen, den Clan der "Blutregen-Männer" fast im Alleingang besiegen, wird aber in diesem Kampf schwer verletzt.
Schließlich bekommt ihn Liang in ihre Hände, die ihn von den Drachen für sich fordert. In ihrem Domizil wird er gesund gepflegt, und trainiert KungFu bis zum Exzess. Denn nur wenn er Liang besiegt, darf er sie verlassen.
Chin Chin wird indes im Harem von Chun aufgenommen, und dieser beschließt gar, die junge Dame zu heiraten.
Chun tötet zudem die Anführer der Drachen-Eskorte.., er selbst ist niemand geringerer als der Provinz-Gouverneur und zudem auch noch das Oberhaupt der "Blutregen-Männer"!
Chun will die absolute Macht, und Chin Chin.
Liang verliebt sich in Chang, auch wenn sie ihn jedesmal dafür bestraft, wenn er sie nach jedem Training zum Kampf fordert, und verliert.
Schließlich lässt sie Chang -der Chin Chin immer noch innig liebt- doch gehen..., damit dieser Chun zum alles entscheidenden Show-Down herausfordern kann, zum endgültigen Kampf um Leben oder Tod.......
Fazit:
Meine kleine Reihe mit Eastern, die Jackie Chan für den Regisseur und Produzenten Lo Wei und dessen Filmgesellschaft "Lo Wei Motion Picture Co." drehte, geht mit diesem Streifen hier, "Jackie Chan - Der Herausforderer" ("To kill with intrigue") weiter.
Der Film ist eigentlich optisch und visuell überzeugend, mit den exzellent gewählten Örtlichkeiten, mit den attraktiven Kostümen, mit den mal düsteren, mal helleren Bildern, sowie mit stark choreographierten, technisch gutklassigen, rasant-intensiven KungFu-Fights, mit einer stark mitgehenden Kamera und kerniger Geräuschkulisse, mit all dem ein richtig guter, unterhaltender, überzeugender Genre-Beitrag.
Aber.., die Story selbst, diese ganze Geschichte, konterkariert leider die Stärken dieses Eastern.
Denn diese Story ist verworren dargeboten, ist umständlich arrangiert, und vor allem stark konstruiert wirkend, die Figuren irgendwie irrational in ihrem Handeln, und damit das ganze von der Handlung selbst her reichlich unglaubwürdig.
Doch "Jackie Chan - Der Herausforderer" hat einiges an Stärken, die dann durch diese arg konstruierte Storyline doch nicht so ganz verpuffen.
Zum Ende laufen sich die Dinge noch so zurecht, man sieht über einiges hinweg, die Schauwerte stimmen, und Jackie Chan und sein Widerpart San Yat-Lung vollführen noch einen hart-knackigen Endfight, zeigen ein dynamisches KungFu, ein dramatisches Finale.
Die KungFu-Action kann denn für einiges entschädigen, und bleibt die Hauptsache in Lo Wei´s diffus-konstruierter Geschichte.
Jackie Chan spielt die Hauptrolle, agiert bemüht, doch wirkt er mitunter unglücklich, was nicht nur am Rollenbild zu liegen scheint. Seine Zusammenarbeit mit Lo Wei war nicht vom Glück gesegnet. Hier reißt er sich zusammen, und sorgte für rasante Choreographien mit Drive.
Und es ist die einzige Rolle von Jackie, die ich kenne, wo er so eine Pferdeschwanz-Frisur aus der Ming-Zeit trägt. Wirkt reichlich ungewohnt.
San Yat-Lung ist der Villain, erst Jackie´s Blutsbruder und Retter der Verlobten Jackie´s, wirkt er zunächst wie ein nobler Held. Doch ist er in Wahrheit ein skrupelloser, machtbesessener Typ, San Yat-Lung spielt solide, gleichwohl seine Figur diffus ist.
Hsu Feng agiert als Killerbienen-Bandenchefin, und man wird nicht so ganz schlau aus ihr, ihre Figur ist sich selbst nicht klar darüber, was sie genau will und fühlt. Auch hier kratzt sich der Betrachter am Kopf.
Yu Ling-Lung spielt die Verlobte Jackie´s, oft weinerlich und hin und her gerissen, ist sie Spielball zwischen den Männern.
Der Rest des Ensembles agiert soweit solide. George Wang, Tung Lam, Lee Man Tai, man sah sie in vielen Filmen des Genres.
"Jackie Chan - Der Herausforderer", wieder kein Meilenstein in der Kooperation Chan/Lo Wei, aber sieht man mal von der insgesamt zu konstruierten Storyline, von den oft irrational wirkenden Handlungen der Protagonisten ab, stimmen die Schauwerte, der visuelle Eindruck und die KungFu-Action. So wird man etwas über 100 Minuten als eingefleischter Eastern-Fan noch einigermaßen passabel unterhalten.
Es reicht noch für sehr, sehr knappe 6/10 Punkte in meiner Bewertung.