Review

kurz angerissen*

Wer davon spricht, dass die Fortsetzung besser ist als das Original, kann auf keinen Fall das Filmische damit meinen. "Skyline" hat sich diesbezüglich schon nicht mit Ruhm bekleckert, "Beyond Skyline" verabschiedet sich aber endgültig aus der gehobenen Kategorie B und schwimmt gefährlich am C-Rand entlang. Null Gespür für Bildaufteilung, ein abrupter Einstieg wie bei einer Mittelteil-Episode aus einer Staffel "Falling Skies", die einen Cliffhanger aufzuarbeiten hat. Keine Dramaturgie. Das Konzeptdesign eine wilde Mischung aus Giger-Anleihen (die im Halbdunkel weniger Erinnerungen an "Alien" als vielmehr "Aliens vs. Predator 2" heraufbeschwören), Außerirdischen-Allgemeinplätzen und thailändischen Martial-Arts-Filmen, vorangetrieben über eine Doppelbesetzung aus der "The Raid"-Riege. Dazu ein Hauch moderner russischer SciFi-Action und Greenscreen-Flächen wie saftige Wiesen aus unverwüstlichem Neongrün, schön zu sehen in den Outtakes am Ende, die immerhin beweisen, dass man die ganze Invasion nicht allzu ernst nimmt.

Gemeint ist also wohl eher der nackte Unterhaltungswert. Raumschiffe breiten sich schon nach wenigen Minuten in die Horizontale aus und verdrängen Himmelsansichten und so sind es eben wieder die Spezialeffekte, die mit einem überdurchschnittlichen Aufwand zum Highlight deklariert werden. Mögen auch einige ihrer Schwächen durch das blaue Zombie-Licht kaschiert werden, angewendet auf den defizitären Rest wirken sie selbst in der Masse ihrer Anwendung eindrucksvoll. Sie "frisieren" das Endprodukt, lassen es also fetziger wirken, als es in Wirklichkeit ist. Sie erzeugen letztlich auch dieses wonnige Gefühl, das man empfindet, wenn man übel animierte Haie im Weltall gewohnt ist und plötzlich einen Film zu Gesicht bekommt, der die gleichen Abläufe und Defizite aufweist wie der ungeliebte Tierhorror-Trash, jedoch mit deutlich mehr Liebe (und Aufwand) realisiert wurde.

Ausgelutschte Klischeesituationen fallen da gar nicht mehr so sehr ins Gewicht. Und dass thailändische Tempel im SciFi-Kontext so frech einkopiert aussehen wie die Kunststoff-Kulissen in "Mortal Kombat 2" - wen juckt's? Hauptsache, Frank Grillo und Uko Uwais können sich durch Alienschläuche schnetzeln und mögichst viel außerirdische Technologie zu Kleinholz zerlegen. "Beyond Skyline" ist blau leuchtender Schrott. Man würde am liebsten selbst zum Hi-Tech-Alien werden, darin eintauchen und ihn zu Feinstaub zerkleinern.

*weitere Informationen: siehe Profil

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