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Jennifer Lopez spielt eine allein erziehende Mutter, die in einem Nobelhotel als Zimmermädchen arbeitet, nun aber versucht, in das Management des Hotels einzusteigen. Als sie sich gerade im Zimmer eines Gastes befindet, begegnet ihr ein Politiker, gespielt von Ralph Fiennes, der sie für einen Gast hält und sich in sie verliebt, weswegen sie versucht, die Lüge aufrecht zu erhalten.

Auch nach der Jahrtausendwende scheint die Geschichte um Aschenputtel noch Verwendung zu finden und zeugt einmal mehr von der gigantischen Einfallslosigkeit, mit der manche Filmemacher so ans Werk gehen und diesmal ist es auch noch ausgerechnet der ehemalige Independentregisseur Wayne Wang, der hier Dutzendware vom Fließband abliefert und sich ohne jede Gegenwehr den Konventionen des Genres fügt.

Da hätten wir also unser Aschenputtel (in modernen Zeiten handelt es sich hierbei um ein Zimmermädchen, das in der Bronx aufgewachsen ist) und unseren Prinzen, der nicht aufgrund seiner Abstammung Geld und Macht besitzt, sondern auf Grund des Willens seiner Wähler. Dann brauchen wir natürlich noch ein paar äußere Einflüsse, die dem Glück der beiden im Wege stehen und da wäre dann der Berater unseres Prinzen, die Vorgesetzten unseres Aschenputtels und natürlich der Pöbel, in diesem Fall die Medien. Der Plot bewegt sich derart starr entlang der gängigen Handlungsbahnen dieses Genres, dass er überhaupt nicht zu überraschen vermag. Ums kurz zu machen: Unser Aschenputtel und der Märchenprinz lernen sich kennen, die Beziehung der beiden wird inniger, dann folgt die scheinbare Katastrophe und dann das Happy End, damit die Märchenfans das Kino lächelnd verlassen können. Und mehr als ein 0815-Plot und Klischeecharaktere hat "Manhattan Love Story" leider definitiv nicht zu bieten.

An der musikalischen Unterlegung unserer Bilderbuchromanze gibt es hingegen rein gar nichts zu bemängeln, aber von Komponist Alan Silvestri ist man ja versierte Arbeit gewohnt und so weiß auch dieser einfühlsame Score zu überzeugen und baut zumindest stellenweise mal eine romantische, stilvolle Atmosphäre auf. Zu diesem Hauch von Stil tragen auch die gelungenen Aufnahmen von Manhattan und die ansehnliche Ausstattung bei, sowie das ordentlich gehaltene Erzähltempo. Des Weiteren ist auch der Humor weitestgehend passend und relativ sympathisch gewählt, auch wenn die wenigen amüsanten Stellen sehr rar sind und teilweise ein wenig zu naiv daherkommen. Aber alles in allem reicht das, was hier geboten wird nicht aus, um auf solidem Niveau unterhalten zu können, aber es reicht trotz der schwachen Story zu gepflegter Langeweile.

Meist sind es sehr schlechte schauspielerische Darbietungen, die man von Quereinsteigern aus dem Sport, der Musik oder anderen Richtungen des Showbiz so geboten bekommt und auch Jennifer Lopez zeigt sich in ihrem Klischeecharakter alles andere als überragend, ist aber in der Hauptrolle immerhin sympathisch genug, dass der Romanze nicht gänzlich die Luft ausgeht. Wesentlich erschreckender ist da der sichtlich gelangweilte Ralph Fiennes, von dessen Charisma und Präsenz, wie man ihn beispielsweise in "Schindlers Liste" oder "Strange Days" zu sehen bekam, hier nichts zu sehen ist, wobei sich seine unambitionierte und hölzerne Vorstellung durch die Fehlbesetzung des Charakterdarstellers in seine schablonenhafte Figur zurückzuführen sein dürfte. Immerhin sind die Nebendarsteller meist gut besetzt, so wissen Bob Hoskins, Stanley Tucci und Natasha Richardson durchaus zu überzeugen.

Fazit:
Die einfallslose Aschenputtel-Version enthält aufgrund der handwerklich gelungenen Inszenierung zumindest ein paar romantische Momente und ist nicht durchgehend langweilig, aber zu mehr reicht es aufgrund der einfallslosen Story und der beiden wenig überzeugenden Hauptdarsteller definitiv nicht. Nur für die eingefleischten Genrefans.

42%

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