Review

Staffel 5 - 8,5/10

Staffel 5

Wurmlöcher & Overheadprojektoren

„Stranger Things“ ist bisher vielleicht DIE Serie überhaupt für die „Ära Streaming“. Prägend, definierend, hochwertig, richtungsweisend. Ebenso für die langanhaltende 80er-Retrowelle. Generationenübergreifendes Blockbusterfernsehen. Filmzitate galore, aber nicht nur Zitate der Zitate wegen. Der Netflixhit aller Netflixhits, die bisher mit Abstand meistgeschaute Show des Streaminggiganten. Und die absolute Vorzeigeserie einer ganzen Generation. Eine der teuersten Serien aller Zeiten. Einer der größten Hypes aller Zeiten. Ein stylisches Streamingschwergewicht, das die Grenzen verschoben und Popkultur geschrieben hat. Und ganz nebenbei eine meiner liebsten Serien aller Zeiten… Doch zu einer legendären Serie gehört auch ein legendäres Ende. Und schon einige Heavyhitter haben's bekanntlich auf den letzten Schritten verkackt. Was machen nun also „Stranger Things“ und seine mittlerweile nahezu erwachsenen „Kids“ im finalen Kampf gegen Vecna und seine dunkle Seite von Hawkins?

Das Ende vom Anfang

Wenn ich Staffel 5 als Landung beschreiben müsste, dann gibt’s hier definitiv nochmal Turbulenzen über Hawkins. Und am Ende kommt die Maschine doch - mit ein paar Kratzern im Lack - sicher und gebührend (und ohne menschliche Verluste!) auf den Flughafen zurück. Dass mir insgesamt eine Menge an der Serie liegt, muss ich nicht nochmal wiederholen. Sie hat die letzten 10 Jahre mitgeprägt, für die Popkultur und auch für mich persönlich. Gerade in einer dermaßen schnelllebigen Zeit ist das keine Selbstverständlichkeit und jetzt nach dem Finnish bin ich mir schon ziemlich sicher, dass die Duffer-Brüder etwas Bleibendes und Tolles geschaffen haben, das in Zukunft auch deutlich für diese „Retrogeneration“ und wie man genau das richtig macht stehen wird. Was aber nicht komplett ausblenden soll, dass ich während diesen letzten 8 Episoden nicht auch mal aus den falschen Gründen gezittert und leichte Zweifel verspürt habe, ob „Stranger Things“ nicht doch etwas zu lang geblieben ist und über seinen Zenit hinaus war. Von erstaunlich wenigen Opfern (erst recht aus der ersten Reihe!) über die gänzlich vergebene Linda Hamilton bis zu einigen ins Nichts laufenden Theorien, zu viel Leerlauf plus Redundanz, etwas Aufgesetztheit oder ärgerliche Abzweigungen kurz vor dem Finale kann man hier eine Menge nennen, was Staffel 5 vielleicht sogar zum schwächsten Jahr von allen macht. Und trotzdem bleibt am Ende ein verdammt warmes Gefühl, ein großes Danke, ein feuchtes Auge. Ja, vielleicht auch ein blaues. Aber hey, Fight ist Fight, gewonnen ist gewonnen. Und was für eine Reise, Kampagne, Clique das war! 

Schlusspunkt unter die 80er

Fazit: „Stranger Things“ stolpert in der finalen Staffel ein wenig über seine eigene Last, fragwürdige Schwerpunkte, zu wenig echte Highlights und die himmelhohen Erwartungen der Fans… Bis die großartige, wirklich immense und auch emotional befriedigende letzte Folge das Ding doch noch deutlich dreht und zu einem sehr versöhnlichen Abschluss bringt! Nicht die beste aller Staffeln, ganz sicher nicht. Aber gut genug für eine solch entscheidende und epische Show. Und somit bleibt „Stranger Things“ trotz ein paar Hubbel hintenraus und insgesamt vielleicht der ein oder anderen Folge und Sidequest zu viel eine meiner favorisierten Serien aller Zeiten, die ich mir liebend gerne physisch in's Regal stellen würde! (8,5/10)

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