Nicktoons, die Zeichentrickserien des amerikanischen Kindersenders "Nickelodeon", stehen im allgemeinen dafür, dass sie schräg animiert wurden und mit allerhand verrückten Ideen nur so vollgestopft sind. Man denke nur an die Klassiker "Rockos modernes Leben", "Die Ren & Stimpy Show", "Ahhh Monster" und ganz aktuell "Spongebob-Schwammkopf"! Aber nicht alle Toons sind hier gleichermaßen verrückt. Mit "Die Expedition der Familie Stachelbeere" besinnt sich Nickelodeon eher auf alte Disney-Traditionen. Sprich es gibt weniger Skurilles und mehr von Botschaft und Moral. Doch wo bei Disney diese Uraltregel, nach wie vor, einwandfrei funktioniert, so kommt bei Nickelodeon eher Mittelmäßiges dabei heraus. So verwundert es auch nicht, dass auch der Kinoausflug der Stachelbeeren eher durchschnittlich geraten ist.
Die Geschichte zu "Abenteuer der Familie Stachelbeere" ist natürlich ähnlich aufgebaut, wie die TV-Serie. Es geht hauptsächlich um Eliza Stachelbeere, die zusammen mit ihren Geschwistern in der Savanne von Afrika aufwächst. Und sie kann mit Tieren sprechen. Als allerdings eines Tages Wilderer in der Savanne auftauchen, beginnt ein wildes Abenteuer. So gesehen wird so ziemlich das Übliche geboten, was man von Kinderfilmen erwarten darf. Dabei wendet sich das Ganze aber durchgehend nur an die Kleineren. Schräges und Skurriles wie z. Bsp. bei Rocko oder bei Spongebob vermisst man hier völlig, womit sich Erwachsene wohl nur wenig davon angesprochen fühlen werden. Zudem wirkt das Ganze Treiben auch sehr holprig und unnötig auf Gut getrimmt. Zwar gibt es im Finale schon ein wenig Action, doch wirklich erfreuen kann man sich daran nicht, zumindest nicht wenn man älter als 12 Jahre ist. Dafür ist das Ganze dann doch ne Spur zu harmlos und zudem nicht sonderlich spannend.
Auch in Sachen Animationen bekleckert sich Nickelodeon hier nicht gerade mit Ruhm. Zwar kommen sie auch bei ihren anderen Cartoons nie und nimmer an die hohe Qualität mancher Disney-Streifen heran, doch hier sind die Figuren, teilweise, regelrecht hässlich. Zudem wirken die Hintergründe leblos und die Figuren agieren nicht unbedingt sonderlich glaubwürdig davor. Von einer Verschmelzung der beiden Ebenen mal ganz abgesehen.
Punkten kann der Streifen dann allerdings durch seine gekonnte Sounduntermahlung, die einen, vor allem bei Kinoklang, nahezu mitten in die Savanne hineinversetzt. Realistische und glaubwürdige Geräusche gibt es zu Hauf und können dann doch eine gewisse Atmosphäre erzeugen. Dazu gibt es dann noch eine wohlige Musikauswahl, die das ganze Geschehen wohlwollend untermahlt. So muss das sein.
Und auch die Synchronisation kann man durchaus als gelungen bezeichnen. Zwar sind hier bei weitem nicht so viele bekannte Stimmen zu hören, wie es bei Disney gang und gäbe ist, aber die ausgewählten Stimmen bringen ihre jeweiligen Charaktere ordentlich zu Geltung. Es müssen also nicht immer irgendwelche Mega-Stars sein, auch unbekannte Stimmen können wirken, sofern sie gut sind, so wie hier!
Fazit: Durchschnittliches Zeichentrickabenteuer aus dem Hause Nickelodeon, welches die bekannten Skurrilitäten der meisten Nicktoons leider vollkommen außen vor lässt und fast nur auf Niedlichkeit und Moral getrimmt wurde. Somit ist das ganze Treiben für kleine Kinder zwar mehr als interessant, für die Größeren dürfte es aber meist eher langweilig sein. Zudem sind auch die Animationen nicht unbedingt das Gelbe vom Ei und lassen keinen Stich gegen Disney zu. Nur die Sounduntermahlung stellt mehr als zufrieden.
Also liebe Nickelodeon-Mitarbeiter: Setzt bitte in Zukunft lieber wieder auf das, was ihr am besten könnt: Schräges und Skurriles! Für Niedlichkeiten und Moral ist Disney zuständig. Und die können das dann auch weitaus besser und glaubwürdiger, als ihr! Sorry!
Wertung: 5,5/10 Punkte!