Review

Spike Lee hat mit 25 Stunden einen Film geschaffen, der wohl jetzt schon als Meisterwerk bezeichnet werden kann.

Story:
Es geht um Monty ( Edward Norton ). Monty ist schön, jung, intelligent und - Dealer. Kein klener sondern ein richtig großer, der eng mit der russischen Mafia zusammenarbeitet, obwohl er selber irischer Abstammung ist. Eines Tages steht die DEA bei Monty in der Wohnung, mit Durchsuchungsbefehl, und einem Tipp. Sie wissen sofort wo das Drogengeld und die große Menge Stoff versteckt sind. Monty wird verhaftet und zu 7 Jahren verurteilt. Bis zur Vollstreckung des Urteils wird er auf freien Fuß gelassen.
Nun bleiben ihm noch 24 Stunden bis zum Anbruch der 25., der alles verändernden Stunde. Er verbingt die letzten Stunden mit seinem Hund, seiner Freundin ( Rosario Dawson) , von der er vermutet, das sie ihn verraten hat, und seinen besten Freunden Frank ( Barry Pepper ) und Jacob ( Phillip Seymore Hoffman ).
Es wird ein Abend, an dem sich das Leben aller beteiligten ändert und an dem jeder sich mit sich selbst und dem was Freunschaft heißt auseinander setzen muß. Am Ende wird Monty seinen Weg in den Knast antreten und er wird auch wissen wer ihnverraten hat, aber ändern wird das nichts.

Regiesseur Spike Lee, der einmal sagte "in erster Linie bin ich New Yorker und erst dann Amerikaner" hat einen roten Faden, der sich durch alle seine Filme zieht. Die Liebe zu New York. Und so kann man es nur als genial bezeichnen die Handlung des Buches in die Zeit nach dem Anschlag auf das World Trade Center zu legen.

Monty ( genial dargestellt von Edward Norton, der einmal mehr beweißt, das er der wohl beste Schauspieler seiner Generation ist ) fungiert als eine Art Ebenbild von New York, er ist zutiefts erschüttert, verletzt aufgewühlt, wütend und traurig.

Spike Lee, die Ikone des Schwarzen Kinos, der ja alles andere ist als ein Freund der US Regierung macht keinen Film, der Sein Land verherrlicht oder als gnadenlose Rachenengel darstellt. Er zeigt Gefühle.

Der Film, der trotz seiner 2 1/2 Stunden keinerlei Längen aufweist besticht durch Szene, die von so unglaublicher Emotionalität und Schwermut sind, das sie wohl keinen unberührt lassen:

SPOILER

Als Monty an seinem letzten Abend mit seinem Vater zusammen in dessen Bar ist, und aufs Klo geht steht er vor dem Spiegel, und sein Spiegelbild schleudert im, ja schreit ihm, seine ganze Wut seinen ganzen Hass entgegen, gegen die Stadt, gegen die Menschen gegen die verschiedenen Kulturen, gegen einfach alles. Bis Monty es mit der Aussage beendet, das der einzige Hass sich gegen ihn selber richtet. Er allein ist verantwortlich für alles.

Eine weitere Schlüsselszene ist die in der sich Frank ein erfolgreicher skrupelloser Börsenmakler und Jacob, ein Lehrer, der sich selber für die liebe zu einer seiner Schülerinnen verdammt, über Monty und ihre Freundschaft unterhalten. Sie stehen dabei in Franks Wohnung, die direkt auf Ground Zero geht. Sie wissen beide, das Monty im Knast gebrochen wird. Das er wenn er zurück kommt, alles Verloren haben wird, alles was ihn bisher ausmachte. Er wird zurückkehren und ein gebrochener Man sein. Ohne Zukunft ohne Hoffnung.

Die drastischste Szene aber ist wohl die, in der Monty am Morgen, wenige Stunden bevor er in den Knast muss, Frank bittet ihm das Gesicht zu zerschlagen, um ihm so einige Tage in Ruhe und Frieden im Knast zu gönnen. Die Szene ist eine der härtesten und beängstigendsten die ich im Kino seit Jahren gesehen habe.

Fazit: Dieses Meisterwerk hat die Höchstwertung mehr als verdient. 10 von 10 Punkten

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