Zum richtigen Zeitpunkt.
Manchmal gibt es Filme die faszinieren einen einfach durch ihre Existenz und die davon ausgehende Kraft. "25 Stunden" ist so ein Film.
Der Roman, auf welchem der Film basiert, hat absolut nichts mit den Terroranschlägen zu tun und dennoch wird der Film genau dies, die Ereignisse des Romanes und die der Wirklichkeit, in einen nicht wieder zu trennenden Zusammenhang setzen, welcher einem stetig positiv im Gedächtnis verbleibt.
Vorneweg, die darstellerischen Leistungen sind großartig. Nicht nur dass Edward Norton beweißt dass er einfach jede Rolle großartig und Oscar-würdig gestalten kann, auch der stets unterschätzte Seymour Hoffman darf hier groß auftrumpfen, als von seinen Gefühlen überwältigter und unsteter Charakter. Überrascht hat mich Barry Pepper, welcher bislang eher in kleinen Nebenrollen recht nett sein Ding gespielt hat aber niemals wirklich positiv oder negativ aufgefallen ist, hier zeigt er dass auch er für größeres fähig ist.
Anna Paquin und Rosario Dawson können (es ist nun mal ein Männer dominierter Film) dagegen leider nur abstinken und wirken auch nur wie Aufputz...wenngleich auch wie gefährlicher Aufputz.*gg*
Spike Lee und sein Kameramann (dessen Name mir jetzt leider peinlicherweise entfallen ist) leisten großartige Arbeit und vermitteln einem wirklich und wahrhaftig das Gefühl einer veränderten Welt, nicht nur jener von Monty Brogen (Edward Norton) sondern auch von New York nach 9/11. Die Bezüge zum Terroranschlag sind teilweise subtil, teilweise überdeutlich in Szene gesetzt und erhalten alleine durch die Titelsequenz eine philosophische Bedeutung.
Das Schicksal des, trotz allen kriminellen Taten sympathischen Monty Brogan, wird symoblisch für eine Stadt welche für die Sünden eines Landes, zu Unrecht, zahlen musste. Monty's Schicksal ist verknüpft mit seiner Stadt und genauso wie seine Stadt tot und ohne Hoffnung dar zu liegen scheint, scheint auch das Leben von Monty am Ende angelangt zu sein.