Fötusfröhliches Fest
Nachdem dieser ungewöhnlich-trashige und unverschämte Xmas-"Horror" im Intro über Abtreibungen, Gott und Sünden schwafelt, springt er zwanzig Jahre weiter: Eine bunte und kriselnde Familie am Weihnachtstag - kriegt Besuch von einem vermummten und stammelnden Fremden, der ihnen den Gedanken der Weihnacht auf seine ganz eigene Weise näherbringt...
Ich treibe ab - also kill mich!
"Red Christmas" ist ein comichaft-böser Xmas-Home Invasion-Slasher, der genauso mit derbem Humor, unpassendem Grundthema sowie ein paar saftigen Kills auffällt. Das wird in mehrfacher Hinsicht dem ein oder anderen übel aufstoßen. Das ist gänzlich gegen den christlich-festlichen Gedanken. Aber es macht Spaß. Soweit man mit einem dunkleren Humor gesegnet ist... "Red Christmas" funktioniert für mich eher als Komödie wie als waschechter Horrorfilm, doch insgesamt ist das Flair doch ein unangenehm-bescheuertes, fast vergleichbar mit sowas wie "Muttertag" oder ähnlich leckerem "Abschaum" von damals. Natürlich nie ganz auf dessen Niveau und Kultstatus, doch man sollte eben wissen, dass es hier recht deftig und zünftig zugeht in Sachen "schlechter Geschmack". Ich mag das. Gerade heutzutage. Da kriegen viele ihr Fett weg - egal ob Religion, schwanger oder behindert. Der "Abtreibungsaufhänger" an sich ist schon absolut daneben, eigentlich tabu und allein schon Lacher wert. Dazu bizarre Sprüche und Nebenfiguren, kuriose Familiendynamiken. Ganz ehrlich... da kann ich nicht meckern. Das werden viele andere schon genug übernehmen zu dieser augenzwinkernden Geschmacklosigkeit in Xmas-Backform gegossen. Nicht selig, aber nice. Die Australier trauen sich mal wieder was. Und Dee Wallace gibt's als Extra obendrauf. Wie ein Engelchen auf dem Baum. Audiovisuell und technisch reißt's aber an keiner Stelle Weihnachtsbäume aus (bis auf die carpenter'esken Synthies über dem Intro), um es mal bedächtig auszudrücken...
Bei Mutter Marias Jungfräulichkeit!
Fest: köstlich daneben und geschmacklos... auf den weihnachtlichen Spuren von Troma. "Darkman" trifft Abtreibungs(un)appetit. Sehr süß und politisch unkorrekt. Ich hatte eine unverhältnissmäßig gute Zeit mit diesem frechen Festtagsbraten!