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Peter Sarsgaard spielt einen mächtigen Geschäftsmann und Bandenführer, der die Bürger von Rose Creek im Wilden Westen der USA brutal unterdrückt und zu vertreiben versucht. Nach einem Massaker vor der Kirche des Ortes wendet sich die Witwe eines erschossenen Anwohners an einen Kopfgeldjäger, gespielt von Denzel Washington, mit der Bitte, der Schreckensherrschaft über Rose Creek endlich ein Ende zu bereiten. Der nimmt den Auftrag an und schart sechs weitere Revolverhelden um sich.

Die Geschichte der sieben Helden, die ihr Leben riskieren, um die unschuldigen Bewohner einer kleinen Siedlung gegen einen skrupellosen und übermächtigen Feind zu verteidigen, ist eine dieser Kino-Erzählungen, die trotz ihrer vergleichsweise dürftigen inhaltlichen Substanz wiederholt durch die Lichtspielhäuser geistern. Ob es nun sieben Samurai wie bei Akira Kurosawa oder sieben Cowboys wie bei John Sturges sind, spielt da eigentlich gar keine allzu große Rolle - Hauptsache, die Helden sind so kantig wie sympathisch und der Showdown sorgt für Action und Spannung. Und insofern hat Antoine Fuqua seine Mission mit seinem Remake von „Die glorreichen Sieben“ definitiv erfüllt.

Und das ist nicht zuletzt der guten handwerklichen Umsetzung zu verdanken. Der erfahrene Regisseur, der sich mit „Training Day“ vor 15 Jahren einen Namen machen konnte, mit „Olympus Has Fallen“ oder „Shooter“ zudem sein Talent für harte Action unter Beweis stellte, blüht nicht erst beim bleihaltigen Showdown richtig auf, der mit spannender und dynamischer Action, mit einem Kugelhagel a la „The Wild Bunch“, aber auch seiner stets vorhanden Übersichtlichkeit sowie einer gespannten Atmosphäre punktet. Bis dahin sind es vor allem die tollen Landschaftsaufnahmen, die eindrücklichen Kamerafahrten durch die Weiten der Prärie, die für kleinere visuelle Leckerbissen sorgen. Außerdem gelingt es Fuqua, wie in fast allen seiner Filme, das Darstellerensemble bestmöglich in Szene zu setzen und für alle Akteure eine gute Rolle zu finden. Für die Akustik sorgt derweil der stets stimmige Score der kürzlich verstorbenen Komponisten-Legende James Horner, bevor beim Abspann schließlich auch die altbekannte Musik des Originals erklingt.

So sorgt Fuquas Western durchweg für solide Unterhaltung, obwohl die altbekannte Story trotz einiger Abänderungen keine allzu großen Überraschungen bereithält und sich inhaltlich auf überschaubarem Niveau bewegt. Dass die sieben Hauptfiguren insgesamt überzeugen, ist denn auch nicht so sehr der Charakterkonstruktion geschuldet, bei der nur wenige Figuren wirklich an Profil gewinnen, sondern eher den guten Darstellern und der interessanten Gruppenkonstellation. Zwar ist nicht bei jedem der sieben Akteure klar, warum er sich dem Himmelfahrtskommando anschließt, wenn sich das Team dann aber einspielt, funktioniert es. Da wäre der extrem präsente Denzel Washington, der unter Fuqua erneut zu großer Form aufläuft und als aufrechter Sympathieträger perfekt funktioniert. An seiner Seite agiert unter anderem der darstellerisch sehr überzeugende Ethan Hawke, wie Washington auch bereits in Fuquas „Training Day“ mit von der Partie, der den vom Bürgerkrieg traumatisierten Scharfschützen mimt, über den man gern mehr erfahren hätte. Einen positiven Eindruck hinterlassen außerdem Vincent D´Onforio als raubeiniges Schwergewicht und Byung-Hun Lee als schweigsamer Killer. Chris Pratt gibt derweil den frappierend an seine anderen Rollen aus jüngster Zeit erinnernden Sprüche klopfenden Helden. Zwar kann auch das gute Darstellerensemble die eine oder andere Länge nicht verhindern, es trägt aber seinen Teil zu einem weitgehend gelungenen Kinoabend bei.

Fazit:
Insgesamt ist Antoine Fuqua mit „Die glorreichen Sieben“ ein audiovisuell versiert inszenierter Western mit bleihaltigem Abgang und gutem Darstellerensemble gelungen, der trotz simpler Story durchaus sehenswert ist.

72 %

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