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Auch wenn „Phoenix – Blutige Stadt“ nur ein gering budgetierter Film ist, so kann er mit toll aufgelegten Darstellern aufwarten.
Phoenix: Der Cop Harry Collins (Ray Liotta) wandelt nicht immer auf sauberen Pfaden und ist ein notorischer Spieler; dennoch lebt er streng nach seinen Prinzipien und seinem ausgeprägten Gerechtigkeitssinn. Ray Liotta spielt den Bullen, der sich tief in das Netz der Schattenseite des Lebens verstrickt hat, einfach große Klasse.
Seine Arbeitskollegen sind bis auf seinen braven Partner Fred Shuster (Jeremy Piven) auch keine Engel. Mike Henshaw (Anthony LaPaglia) und James Nutter (Daniel Baldwin) arbeiten für lokale Gangster als Schläger, mobben Arbeitskollegen usw. und müssen von Harry regelmäßig im Zaum gehalten werden. „Phoenix“ zeichnet ein ausgesprochen düsteres Bild der Polizei, indem der etwas zwielichtige Jack aufgrund seiner Rechtschaffenheit beinahe wie ein Engel erscheint.

Trotz einer aufkeimende Liebe zu der schroffen und älteren Barbesitzerin Leila (Anjelica Huston) kriegt Harry sein Leben nicht in den Griff. Bald steht der notorische Spieler mit 32000 Dollar Schulden bei dem Gangster Chicago (Tom Noonan) in der Kreide. Ein Überfall auf einen lokalen Gangster mit seinen Kollegen soll das Geld bringen...
„Phoenix“ ist ein atmosphärisch sehr dichtes Cop-Portrait, das dramatische wie spannende Aspekte gleichermaßen verbindet. Die Handlung besitzt zwar kein allzu hohes Tempo, kann aber fesseln und ist ziemlich spannend. Große Plotwendungen hat der Film zwar keine zu bieten, aber der Thrillerplot unterstützt hier mehr das großartige Porträt Harrys.
Dieses ist sehr dramatisch und die Hauptfigur begeistert durch viele Facetten. Vor allem der krasse Widerspruch zwischen seinem Gerechtigkeitssinn und seinem Zynismus und seinen negativen Seiten gibt einen interessanten Widerspruch, der vor allem in einigen klasse Szenen zum Tragen kommt wie z.B. die Szene im Knast oder das dramatische Finale.

„Phoenix“ kommt ohne Action aus, wenn man vom minimalen Schusswaffeneinsatz absieht. Dennoch bezieht der Film seine Härte aus der düsteren trostlosen Stimmung, die wirklich beeindruckend ist. Allerdings bleibt der Film etwas unspektakulär; ein paar dramatische, ausgiebigere Schießereien wie in Genreprimus „L.A. Confidential“ wären gar nicht mal verkehrt gewesen.
Ray Liotta legt in „Phoenix“ eine absolute Topleistung aufs Parkett und das in einem Ensemble voller bekannter Darsteller. Darunter sind bekannte Nebendarsteller wie Jeremy Piven oder Anthony LaPaglia, aber auch spätere Durchstarter wie Brittany Murphy und Giovanni Ribisi. Als Vertreterin der alteingesessenen Garde darf Anjelica Huston glänzen.

„Phoenix“ ist ein sehenswertes, wenn auch beim zweiten Ansehen etwas unspektakuläres Copdrama mit viel Atmosphäre. 7,5 Sterne meinerseits.

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