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Das Motiv des untoten Beziehungspartners findet sich in jüngerer Zeit häufig in Horrorkomödien wieder. „Warm Bodies“, „Life after Beth“ oder auch „Weg mit der Ex“ spielen, teils romantisch, teils schwarzhumorig mit der Situation des zombiefizierten Partners. Bei Spielfilm-Debütant Michael Steves ist es demgegenüber ein Geist, der einfach nicht loslassen will.

Noch nicht lange sind Fern (Jennifer Laporte) und Robert (Vincent Martella) ein Paar an der Highschool, als ihr Robert zu anhänglich wird. Soeben will Fern die Beziehung beenden, da verliert Robert sprichwörtlich seinen Kopf bei einer gebastelten Überraschung. Doch kurz nach der Beerdigung ist Robert zurück, - als liebeskranker Geist, der die Grenzen zwischen Leben und Tod mit jedem Mittel zu überwinden versucht…

Der Streifen wurde unter anderem per Kickstarter finanziert, doch das sichtlich geringe Budget weiß Steves zu keiner Zeit zu kaschieren. Spätestens bei kleinen Rückblenden deutet der Einsatz schlicht animierter Zeichentrickfiguren auf recht geringe Mitteln hin, was die gesamte Produktion durchzieht. Dabei haben wir mit Fern endlich mal eine Schülerin, die auch wie eine solche aussieht und erfrischenderweise nicht dem üblichen Schönheitsideal entspricht.

Die Mischung aus Teenykomödie und seichtem Drama unter minimalem Einsatz von Horrorelementen findet selten die richtige Mitte. Gelungen sind noch die völlig überzogenen Liebesbekundungen von Robert, der auch nach einem Monat und drei Wochen ein Jubiläum daraus macht und mit peinlichen Schnulzen auf der Gitarre Momente des Fremdschämens produziert. Nach seinem halbwegs gelungen dargestellten Abgang gerät der Verlauf allerdings komplett vorhersehbar und unspannend, das Finale auf einem Sportplatz, auf dem so etwas wie „Ghostbusters“ auf Anfängerniveau gespielt wird, untermauert schließlich noch einmal die schwache Ausstattung.

Dabei vermögen einige Dialoge durchaus ein leichtes Schmunzeln zu entlocken, besonders Ferns Schwester haut in unpassenden Momenten einige herrlich doofe Zeilen raus und auch die selbsternannte beste Freundin sorgt für leichte Situationskomik (Stiftung für geköpfte Jugendliche). Anderweitig ist das Treiben insgesamt zu harmlos, zuweilen erscheint es beinahe bieder und erinnert an ähnlich gelagerte Vertreter aus den Achtzigern. Dazu passen auch die wenigen Gewalteinlagen mit übertriebenem Einsatz von Kunstblut.

Wenn aggressive Teddy-Monster im Schlafzimmer angreifen, versprüht das noch einen gewissen Charme des Unbedarften, wogegen magische Verfärbungen am Firmament sogar recht gut gestaltet sind. Darstellerisch sind abgesehen von der solide aufspielenden Hauptakteurin kaum Talente auszumachen, der Score dümpelt unbemerkt vor sich hin, während inhaltlich nur phasenweise ein wenig Kurzweil geboten wird.
„Clinger“, so der passende Originaltitel, erweist sich als harmlose Spielerei, die selten wirklich böse ist und wenig Innovatives liefert, um über die Laufzeit von 80 Minuten zu unterhalten.
4,5 von 10

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