Im Hinblick auf einen Film über einen Bankraub klingt der Titel beinahe wie eine Kampfansage, eine Andeutung von Eskalation. Doch die spanisch-argentinische Co-Produktion lässt es über weite Teile relativ ruhig angehen und verlässt sich dabei eher auf die Mimen, denn auf Tempo oder Action.
Valencia an einem Regentag: Sechs Bankräuber um Uruguayo (Rodrigo De la Derna) und Gallego (Luis Tosar) sind vermummt und mit Sprengstoffwesten ausgestattet in die hiesige Bank eingedrungen, um diese in aller Seelenruhe zu erleichtern, denn der vermeintliche Fluchtweg wurde bereits weit im Vorfeld in Form eines Tunnels sicher gestellt. Durch den Regen ist dieser jedoch unpassierbar und als ein brisanter Fund aus einem Schließfach ins Spiel kommt, ist Misstrauen an der Tagesordnung…
Der klassische Bankraub wird binnen fünf Minuten eingeläutet und das Interesse an den Tätern ist rasch entfacht, da sich diese nicht wie übliche Ganoven verkaufen. So wird den Geiseln ein Telefonat gestattet, wonach die Mobiltelefone eingesammelt werden und selbst als das Gebäude umstellt wird, geraten die Räuber noch nicht in Panik.
Was im Stillen und leider auch eher oberflächlich angekratzt wird, ist eine gewisse Gesellschaftskritik. Bevor der Überfall steigt, sehen sich Kunden in Erklärungsnot, Existenzen stehen auf dem Spiel, doch auch Frau Direktorin erfährt von ihrem drohenden Schicksal und kommt auf die Idee, sich unter der Hand um eine Abfindung zu kümmern.
Dieser Plan treibt einen Keil zwischen die Kriminellen, die sicher geglaubten Pläne geraten ins Wanken, zudem geht es um eine Festplatte mit höchster politischer Brisanz.
Die erste halbe Stunde ist recht stark, doch mit zunehmenden Anteilen eines Polit-Thrillers gerät das Treiben ein wenig aus den Fugen, zumal immer mehr undurchsichtige Individuen mit Entscheidungsgewalt intervenieren, was ein wenig unübersichtlich gerät.
Bündnisse verschieben sich, Pakte werden neu geschlossen, hier und da wird geblufft oder vertröstet und am Ende entsteht der Eindruck, als wolle jeder an Bord des sinkenden Schiffes jede noch so dünne Rettungsweste erhaschen. Wendungsreich, aber nicht latent spannend.
Da bei alledem kaum bis gar keine Action eingebunden wird, dominieren die Dialoge, von denen es bisweilen ein paar zu viel gibt, sobald es auf Banalitäten ohne Pointe hinausläuft.
Phasenweise wirkt die Handlung zu überfrachtet, wogegen Konfrontationen und missliche Situationen Mangelware bilden. Es gibt kaum Ausraster oder Protagonisten am Rande eines Nervenzusammenbruchs, was hinsichtlich der durchweg überzeugenden Mimen schade ist.
Trotz eines passablen Unterhaltungswertes und einiger gut durchdachter Wendungen reißt der Stoff nicht mit. Oftmals verharrt er zu lange, möchte viele Punkte parallel einbinden und verliert dabei zuweilen das Wesentliche aus den Augen, wogegen die Pointe durchaus zufrieden stellen mag. Handwerklich ist das Ganze grundsolide ausgeführt, doch die Balance zwischen Heist und Polit-Thriller lässt die Erzählung neben einigen höchst kurzweiligen Momenten auch mal etwas holprig erscheinen.
Knapp
6 von 10