Sam, der gerade sein Studium abgeschlossen hat, will zusammen mit seiner Verlobten Alex zurück in seinen Heimatort Los Angeles. Das Haus, in dem die beiden wohnen wollen, steht aber nicht leer, sondern seine Mutter hat sich dort eingenistet. Da Mutter und Sohn absolut gegensätzliche Lebensansichten haben, ist Ärger eigentlich vorprogrammiert.
Laurel Canyon bietet einen recht interessanten Beziehungs- und Generationenkonflikt mit quasi verkehrten Rollen. Während der Sohn der hart arbeitende Praktikumsarzt ist, greift Mutter Jane schon mal gerne zu illegalen Pharmazeutika in Zigarettenform, nimmt als Plattenproduzentin eine neue Scheibe quasi in ihrem Haus auf und pflegt ungezwungen Umgang mit dem Bandleader. Normal kennt man das doch eher andersrum. Dazu kommt noch Sams Verlobte Alex, die fleißig an ihrer Dissertation über das Sexualleben von Fruchtfliegen (wär auch meine erste Themenwahl, sollte ich wirklich mal studieren) arbeitet und sich zusehens von dem ungezwungenen Halb-Hippie Leben angezogen fühlt.
Eigentlich sollte hier ja die zunehmende Entfremdung der beiden Verlobten im Vordergrund stehen, aber die eigentlich interessanteste Rolle ist der Mutter, die zudem von Frances McDormand toll gespielt wurde. Beide Verlobten lassen nicht nur die Blicke schweifen, sondern haben konkrete Vorstellungen, was man mit der netten Kollegin mit französischem Dialekt bzw. dem animalischen Leadsänger der Band so anstellen könnte und sogar tut. Die Story wird dabei unaufgeregt und gelegentlich sogar monoton vorangetrieben, ohne allerdings die Charaktere zu verheizen. Die Darsteller machen ihre Sache dabei glaubwürdig, nur ein wenig flotter hätte es zugehen können.
So entspinnt sich ein insgesamt nettes, auch gut gespieltes Drama, dem aber irgendwie ein Schuß Originalität fehlt. Trotz gefälligem Score erwischte ich mich doch gelegentlich beim Blick auf die Uhr. In Sachen Draman gibts insgesamt doch bessere Vertreter, aber allein McDormand wegen, kann man hier schon mal reintesten.
6/10