The Quiet Earth (Sunfilm) Einer der interessantesten Endzeitfilme der 80er Jahre wurde jetzt in einer wirklich guten Überarbeitung von der Firma Sunfilm veröffentlicht. The Quiet Earth, von dem Regisseur Geoff Murphy (Freejack, Young Guns, Alarmstufe Rot 2) nach dem Roman von Craig Harrison im Jahr 1985 gedreht, erzählt die Geschichte des Wissenschaftlers Zac Hobson, der eines morgens um 06:12 Uhr aufwacht, und merkt, dass die Welt nicht mehr so existiert, wie er sie am Abend vorher erlebt hat. Er ist plötzlich der einzige Überlebende eines wissenschaftlichen Experiments, an dem er als Forscher mit beteiligt war. Erst ist er irritiert, später genießt er die neue Situation. Hier liegen auch die stärksten Momente des Filmes, zu sehen, wie Zac, dargestellt von einem genialen Bruno Lawrence (nie großartig außerhalb Neuseelands bekannt geworden, obwohl er wunderbar spielte, mittlerweile aber auch seit über 10 Jahren tot ist) sich alle Freiheiten nimmt, fremde Villen besetzt, in Frauenunterwäsche durch die Gegend zieht, mit einem Panzer alles niederwalzt, jedoch irgendwann schleicht sich auch bei dieser absolut ausgelebten Anarchie ein Gefühl der Einsamkeit ein. Hier erzielt Bruno Lawrence in einer echten One Man Show mit minimaler Mimik ein maximales Ergebnis. Als er dann auf zwei weitere Überlebende trifft, brechen nach der anfänglichen Freude die bekannten Problematiken wieder auf. Konflikte zwischen den zwei Männern, Vorurteile, Diskriminierungen und anderes scheinen selbst in so einer ausweglosen Situation nicht aus dem menschlichen Charakter auszumerzen zu sein.The Quiet Earth ist vom filmischen her ein typischer 80er Jahre Film. Keine hektischen Spielereien, lange Einstellungen, viele Dialoge, kein mulmiges Gefühl des Regisseurs, wenn ein Flugzeug in ein Haus fliegt, somit nähert er sich auf einer eher philosophischen Art dem Hauptkritikpunkt des Filmes, nämlich dem unbedarften Umgang mit den Möglichkeiten der Technologie, und wo die moralisch ethischen Grenzen liegen sollten. Die Paranoia Stimmung wird durch die aktuelle Veröffentlichung gut herausgearbeitet, der Film liegt in Dolby 5.1 vor, was sogar, trotz des Alters des Filmes einen guten räumlichen Effekt hat. Das Bild ist relativ fehlerfrei, wirkt allerdings an den Rändern ein wenig beschnitten. Mit dieser Veröffentlichung ist es der Firma Sunfilm gelungen, einen sehr interessanten Independent – Streifen anspruchsvoll umzusetzen, damit man ihn auch heute noch für sich neu entdecken kann (wenn man ihn nicht schon aus den Spätvorstellungen im TV kennt). CFS