Review
von Leimbacher-Mario
Allein Allein
Das ist einer der besten „Last Man On Earth“-Titel, die man finden kann. In „The Quiet Earth“ sind Alleinsein und Apokalypse fast körperlich spürbar. Eine neuseeländische Perle, die in unsere aktuelle Zeit ideal, schmerzhaft passt. Ein Wissenschaftler wacht eines Tages auf und die Erde ist auf Grund eines fehlgeschlagenen Militärprojekts scheinbar komplett ausgestorben. Dennoch gibt der langsam verzweifelnde Überlebende die Hoffnung auf weitere Menschen nicht gänzlich auf und will nicht zu pessimistisch in die Zukunft gucken...
Es gibt viele Filme in denen eine Person die womöglich letzte auf dem Planeten ist. Mal gibt’s dann Zombies, Vampire oder Mutierte als Zugabe zum ohnehin schon durchdringenden Wahnsinn durch das Alleinsein. Oft gibt’s natürlich auch doch noch andere Menschen im Verlauf der Story. Nicht selten steht ein nahezu biblischer Neuanfang dann am Ende des Abenteuers. Und ohne verraten zu wollen, ob diese neuseeländische Postapokalypse einen dieser Wege geht, kann man ohne zu übertreiben behaupten, dass „The Quiet Earth“ viele Dinge anders, besonders, kleiner und feiner macht als seine Konkurrenz. Er ist wesentlich klassischer und intimer, hat religiösen, gesellschaftlichen und metaphorischen Subtext (sowohl international/allgemein als auch nur für Neuseeland und den dortigen Umgang mit Eingeborenen), viele Deutungsmöglichkeiten. Außerdem ein nicht weniger als legendäres Schlussbild. Man spürt zudem seine Herkunft von Down Under und die Abwesenheit Hollywoods. Positiv versteht sich. Er nimmt vielen popkulturellen und geistigen Nachfolgern (etwa „Lost“) vieles voraus und überzeugt mit nur drei Darstellern, die dafür umso gehaltvoller den Film tragen. Doch mein Highlight ist die schleichende Ruhe, die Einsamkeit und das Gefühl, dass nun eben alles vorbei ist. Wenige andere, größere Werke können das derart transportieren. Ganz ohne massenweise Leichen oder einen ausgestorbenen Times Square.
Fazit: einnehmende Atmosphäre und ein All-Time-Ende verhelfen „The Quiet Earth“ auf soliden Klassikerstatus. Ein befriedigendes Paradox. Bleibt bei einem!