Bei manchen Filmen fragt man sich, welche Intention wohl der Drehbuchschreiber gehabt haben mag. Wohlgemerkt: Intention, also was sollte eigentlich vermittelt oder dargestellt werden, von der späteren Ausführung einmal ganz abgesehen. Auch dieser Streifen hinterläßt diesbezüglich ein großes Fragezeichen...
Die Ausgangslage ist eher unspektakulär: Zwei junge Pärchen fahren in einem Van an die US-Westküste und wollen ein bißchen Spaß haben. Das eine Pärchen (Sie eine vom gothic-style angehauchte gefärbte Blondine, er Asiate) sind beide ein wenig an Okkultismus interessiert, während das andere Pärchen (er groß aber ruhig, sie eine biedere Beauty) Teufelskult grundsätzlich für Mumpitz hält. Aber da man nun schonmal gemeinsam unterwegs ist, besucht man dann eben ein paar schwarz-magische Orte, Anton LaVeys church of satan läßt grüßen...
Nach Besuch eines Okkultismus-Ladens, dessen Besitzer die dämlich quatschenden und herumschnüffelnden Teenies kurzerhand rausschmeisst, beschliesst unser neugieriges Kleeblatt, denselben zu verfolgen. Hier beginnen dann die ersten Ungereimtheiten, denn obgleich die Verfolgung gelingt und an einem einsam gelegenen Gehöft irgendwo in Küstennähe endet, benehmen sich die Vier wie geladene Gäste, laufen mit einer Taschenlampe bis zum (hell erleuchteten) Haus und hängen ihre Visagen bestens sichtbar durch die geöffneten Fenster bzw. Verstrebungen (Wer zum Teufel [sic!] verhält sich so, wenn er jemanden heimlich verfolgt?). Und was sehen sie da und filmen ungestört mit dem Handy? Genau, eine schwarze Messe mit einigen vermummten Typen scheint sich da gerade abzuspielen, und das obligatorisch spärlich bekleidete Mädel kommt auch gerade rein. Was für ein Zufall, daß die vier Teenies genau zu rechten Zeit da sind! Und was für ein Zufall, daß niemand der schwarzen Brüder mal auf die Idee kommt, zum Fenster zu schauen! Ach ja, Zufälle gibts, die gibts gar nicht. Oder eben nur in solchen Filmen. Als dann das vermutete Ritual beginnen soll, kann einer unserer wackeren Teenies gar nicht mehr an sich halten und schreit laut "Hey, lass die Frau in Ruhe". Das allerdings haben die finsteren Brüder gehört und unsere neugierigen Eindringlinge lassen ihr Handy fallen und flüchten Hals über Kopf zu und mit ihrem Auto. Verfolgt werden sie jedoch nicht...
Zurück in ihrem Hotelzimmer, in welchem übrigens vor langer Zeit irgendwer Selbstmord begangen hat, und das sie mehrfach als "dreckige Bruchbude" bezeichnen, obwohl es tadellos aufgeräumt und eingerichtet ist (hmmm ?!), bemerken sie den Verlust des Handys, müssen aber nicht lange drauf warten, denn das vermeintliche "Opfer" vom Vorabend, ein hübsches Mädel ohne jeden gothic-SchnickSchnack, bringt es ihnen einfach mal vorbei. Klasse Service, nicht wahr? Blöderweise aber kennt das nette Mädel auch das Selbstmörderzimmer und findet es cool, ebenfalls Suizid zu begehen, nachdem sie gekotzt und in die Hose gepinkelt hat: "Wir sehen uns schon bald wieder".
Da ist dann schon knapp der halbe Film vorbei und man fragt sich, in welche Richtung es nun gehen soll. Und genau diese Frage hält einen davon ab, die Kacke abzudrehen. Das Bescheuerte dabei: Es geht gar nicht mehr weiter! Denn nach einem Domizilwechsel geschehen nur einige merkwürdige Dinge und schließlich sterben unsere vier Protagonisten alle sang- und klanglos in einem Hochhaus-Rohbau. Ende der Story! Und was ist nun der Sinn, was ist die Aussage des Films? Eine Erklärung, eine Botschaft sucht man vergeblich. Wieder ein Film, der den Zuseher höchst unbefriedigt zurückläßt...
Die 1,51 sprich 2 Punkte (mehr ist beim besten Willen nicht drin) gibts für die spärlichen, aber netten Gruseleffekte (z.B. das Besteck in der Küchendecke; der zugenähte Mund dagegen, der medienwirksam das Cover ziert ist nur in der Schlußminute des Films kurz zu sehen und hat ansonsten keinerlei Relevanz).
Satanic ist nah am Label "Zeitverschwendung"...