Komm hol die Peitsche raus, wir spielen Rocker und Avantgarder
Nazi-Biker, gay und wild,
unterstützt hier ein großartiges Lied nach dem nächsten das bunte Bild.
Kenneth Angers Meilenstein in Sachen „Experimental“ und „Queer Kino“,
in Sachen Style und Fortschritt ist das Ding aber noch immer kein Dino.
Voller Symbolik, zwischen Kunst und Schund,
aber wo gehobelt wird da ist nunmal auch Schwund.
Inhaltlich leer, audiovisuell ein Rausch,
mit den Machern hätte ich gerne gehalten noch einen Plausch.
Von Tarantino bis Scorsese haben sie hier alle ganz genau hingeschaut,
manch eine echte Größe hat hier sogar definitiv gehörig geklaut.
Aus dem Untergrund in die Charts sozusagen,
dennoch hat man neben all dem Wow und Pfui doch noch einige Fragen.
Warhol trifft auf die Rocky Horror Picture Show mit Hakenkreuz und echten Eiern,
ich glaube solch ein Ding wäre an manchen Orten auch heute noch verpönt, vielleicht ja im tiefen Bayern.
Ein Visionär mit Wut und Mut im Herzen,
da kann man die kaum vorhandene Story fast verschmerzen.
Zwischen Brando und Dean, zwischen Gürtel und Brusthaaren,
über seine Absichten und Aussagen ist man sich nicht immer vollends im Klaren.
Eindruck schindet Anger hier dennoch mächtig und entschieden,
ein Subkultur-Phänomen, das über die Jahre genauso gesucht wurde wie gemieden.
Gloryhole trifft Kunstgallerie, Fetisch küsst Swingerclub,
allein durch den Soundtrack, für den ich ein Vermögen geben würde, ist das Ding vorbei ruck-zuck.
Mindestens einmal sollte man ihn zumindest gesehen haben,
und keine Angst - heutzutage hinterlässt dieser Rebell auch gar nicht mehr allzu viel Narben.
Fazit: einer der wichtigsten und wegweisendsten Experimentalfilme, die je gemacht wurden. Untergründig, stylisch, schwul und stolz drauf. Mit einem Soundtrack voller Kracher und einem Stil, der nahezu alle beeinflusste und beeindruckte, dies noch immer tut. Intensiv!