Ghostbusters 3 (wenn man so will) ist ein weiteres Remake, für den die Fußstapfen seiner Vorgänger zu groß sind. Der Stilbruch schlechthin besteht darin, jetzt vier Frauen als Geisterjäger-Team ins Rennen zu schicken. Den Zuschauer erwarten vier Hühner, von denen drei hektisch umeinanderquasseln und sich regelmäßig tollpatschig anstellen. Die allergrößte Schwäche des neuen Films ist eine durchgehend lineare, wenig einfallsreiche Story, in der viele alte Elemente einfach nochmal gekürzt und vereinfacht verwendet werden. Das Thema Technik und Entwicklung läuft diesesmal lachhaft geradlinig wie geschmiert, man baut halt eben mal so ein paar hoch-komplexe Geister"waffen" zusammen, die dann auch gleich auf Anhieb bestens funktionieren und quasi in der Kaffeepause erdacht wurden.
Es gibt natürlich auch Positives: Die neuen Geister sehen absolut spitze aus. Man war sich offenbar bewußt, dass man Filmmusik und Logo der Ghostbusters nicht mehr übertreffen könne, und entschied sich diese klugerweise wiederzuverwenden.
Der neue Film hat nicht mehr den Charme und Charakter der alten Filme. Einige der Hauptdarsteller der alten Filme tauchen (unnötigerweise) in anderen Rollen im neuen Film wieder auf, allerdings regelrecht aufgeflanscht und eingepresst - die einzige brauchbare Rolle erhielt Bill Murray als TV-Kritiker und militanter "Rationalisierer" von Geisterphänomenen.
Chris Hemsworth rettet den Film - mit seiner Rolle als unterbelichteter Schönlings-Rezeptionist - seine Tanz-Choreografie-Einlagen liefern einige gelungene Lacher. Ich habe den Eindruck, hier wurde eine Menge Raum für neue Geschichten und Ideen verschenkt, und auf die Schnelle etwas Lieferbares produziert.
Fazit: Alter Wein in neuen Schläuchen um die Fangemeinde nochmal etwas in Stimmung zu bringen. Einmal anschauen, danach vergessen und besser wieder zum Klassiker greifen. Der Film ist ein audio-visuelles Popcorn-Erlebnis, aber seine Story nur ein liebloser Abklatsch im Vergleich zu den Klassikern aus den 90ern. (4.5/10)